Das Millennium-Dilemma …

Aktuelle Informationen für Presse und Rundfunk 15.01.2000 (03/2000)

Für Rückfragen steht Ihnen zur Verfügung:
Andreas Nagel, Freischützstraße 110, 81927 München, (0172) 8342157, nagel@fahrgaeste.de

… würde es für uns nicht geben, wäre da nicht die Antwort von Reinhard Wieczorek, Referent für Arbeit und Wirtschaft der Landeshauptstadt München, auf die Anfrage von Frau Stadtrat Schosser vom 20. Dezember 1999. (Nachzulesen in der Rathausumschau vom 12. Januar 1999.) Wir müssen uns also nochmals mit einer Begebenheit aus dem letzten Jahr beschäftigen: Da brachte der MVV in Zusammenarbeit mit dem Kulturreferat ein Millennium-Ticket heraus, das jeweils 5 Fahrgästen eine Fahrt zur Kulturmeile zum Sonderpreis von 10 Mark ermöglichte. Leider konnte man dieses Ticket nicht in den MVV-SWM-Kundencentern am Marienplatz und in der Poccistraße erwerben. Die Fahrgäste wurden also an einen Kiosk oder an die Stadtinformation verwiesen. Selbst ein Mitarbeiter meinte, daß der Verkaufsvorgang schneller abgeschlossen gewesen wäre als das statt dessen erforderliche ‚Beratungsgespräch‘. Und uns bleibt für immer unverständlich, warum es im MVV-Kundencenter ‚Wassersprudler‘ gibt aber keine Fahrkarten und die Fahrkarten dafür in der Stadtinformation. Wir können die Gründe nachvollziehen, die aus Sicht von Herbert König, Geschäftsführer der SWM-Verkehrsbetriebe, gegen das Millennium-Ticket als Tarifangebot sprachen. Zuständig für den Tarif ist aber der MVV und alle Verkehrsbetriebe sollten auch dessen Fahrscheine verkaufen – und insbesondere an den vom Fahrgast erwarteten Stellen. Schade ist, daß dies Referent Wieczorek und der Oberbürgermeister nicht auch so kundenfreundlich sehen, sondern den Stadtrat mit einer flapsigen Antwort abspeisen.

Münchner Trambahnmuseum

Aktuelle Informationen für Presse und Rundfunk 11.01.2000 (02/2000)

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Völlig unbefriedigend ist die Antwort des Wirtschaftsreferenten, Reinhard Wieczorek, auf die Anfrage von Frau Stadtrat Schosser nach dem Münchner Trambahnmuseum in der Rathausumschau vom 4. Januar 2000. Man läßt lieber eine Halle jahrelang ungenutzt, anstatt sie für die interessierte Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Man muß nur in die Nachbarstadt Nürnberg schauen, wo ein liebevoll eingerichtetes Trambahnmuseum immer wieder Besucher in seinen Bann zieht. Oder zum Beispiel Wien, dort kann man sogar mit den Zeugen der Vergangenheit auf Stadtrundfahrt gehen.

Nicht die Stadtwerke haben den Erhalt des Trambahnhofes 3 an der Westendstraße betrieben, sondern sie mußten vom Stadtrat dazu gezwungen werden. Ohne diesen Bahnhof, dessen Hälfte abgerissen wird, hätte die weiß-blaue Trambahn in München keinerlei Entwicklungsmöglichkeiten. Die wollen wir ihr auch ganz bestimmt nicht nehmen, aber in der Zwischenzeit könnte man allen Münchnern die historischen Fahrzeuge und die Werkstatteinrichtung zugänglich machen. Der Oberbürgermeister hat sich schon selbst einen Eindruck vom derzeitigen Zustand verschafft. Er sollte dies aber allen Münchnern und unseren Besuchern möglich machen. Das Engagement der SWM-Verkehrsbetriebe und der Freunde des Münchner Trambahnmuseums könnte dann von uns Bürgern auch in sinnvoller Weise genutzt werden. Und über die Attraktivität lassen wir einfach die Besucher entscheiden.

Mehr Bus und Bahn für München

Aktuelle Informationen für Presse und Rundfunk 04.01.2000 (01/2000)

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Pressekonferenz am 4. Januar 2000

Wir sehen schwierige Zeiten für den Linienverkehr in München auf uns zukommen. Durch die Liberalisierung des Strommarktes können den SWM-Verkehrsbetrieben bis zu 300 Mio. Mark fehlen, die Ökosteuer verteuert auch den Linienverkehr und dabei insbesondere die elektrischen Verkehrsmittel. Der Politik fehlt zur Zeit der Wille und das Verständnis für die Notwendigkeit, Geld für den Ausbau, aber auch für den Unterhalt von Bus und Bahn auszugeben.

S-Bahn

Der Freistaat Bayern als Aufgabenträger fällt durch seine kontinuierliche und stetige Bemühung auf, das S-Bahnnetz auszubauen. Wir erinnern uns an die Inbetriebnahme der viergleisigen Strecke nach Grafing und den dadurch möglichen 20-Minuten-Takt.

Was wir allerdings sicher nicht benötigen ist ein zweiter S-Bahntunnel. Dies hätte nicht nur verheerende Folgen für die Stadtstruktur, sondern würde auch den Fahrgästen wenig nützen, denn sofort stellt sich die Frage, welche Linie durch den ersten Tunnel und welche durch den zweiten Tunnel fahren soll. Hier sollte das Geld nicht für sinnlose Untersuchungen ausgegeben werden. Was München braucht ist wieder der Südbahnhof. Dort ist ein direktes Umsteigen in die U-Bahn am Bahnhof Poccistraße möglich. Am Südbahnhof können die Verstärkungslinien für den 10-Minutentakt enden oder teilweise über den Südring zum Ostbahnhof verlängert werden.

U-Bahn

Mit der Fertigstellung der U3 vom Olympiazentrum bis Moosach, der U1 vom Westfriedhof bis zum OEZ (Olympia-Einkaufszentrum) und der Verlängerung zum Forschungsgelände Garching ist der vernünftige U-Bahn-Bau in München abgeschlossen. Eine U-Bahn nach Pasing wird von vielen gewünscht und ist im ersten Moment auch sinnvoll, da aber Steuergeld nur einmal ausgegeben werden kann ist nur der Ausbau der S-Bahn realisierbar. Dies traut sich im Vorfeld von Stadtrats- und Oberbürgermeisterwahlen natürlich niemand zu sagen. Eine ertüchtigte S-Bahn, die auch über den Südring verkehrt, ist für die Fahrgäste wertvoller als eine Parallel-U-Bahn. Bei den letzten Fahrplanwechseln mußte immer an den Oberflächenverkehrsmitteln gespart werden, weil die U-Bahn die Kosten in die Höhe trieb.

Trambahn

Seit 1991 soll der Ausbau der Münchner Trambahn vorangetrieben werden. Leider wurde bisher nur der Abbau konsequent vorangetrieben, wenn auch die Wiederinbetriebnahme von zwei wichtigen Linien, Tram 17 und Osttangente gefeiert werden konnte. Abgebaut wurde die Tram 26 zwischen Lorettoplatz und Westendstraße Abgebaut wurde die wertvolle Umleitungsstrecke in der Karlsstraße. Abgebaut wurden die Ausweichmöglichkeiten an der Schwanseestraße und am Gondrellplatz, die für einen störungsfreien Betrieb wichtig sind. Eingestellt wurde die Tram 20 und die Tram 21 zwischen Stachus und Sendlinger Tor. Kurz vor dem Abbau steht die Strecke zum alten Messegelände, die der Stadtrat für das künftige Verkehrszentrum des Deutschen Museums erhalten wissen wollte. Bei den Neubaustrecken ist inzwischen alles gestrichen. Durch die ungeschickte Einbindung des Hausherrn des Englischen Gartens ist an die Nordtangente nicht mehr zu denken. Die Westtangente durch die Laimer Unterführung ist auf den St. Nimmerleinstag verschoben. Das Neubaugebiet an der Neusser Straße in Schwabing soll durch einen Busbetrieb erschlossen werden. Das Planfeststellungsverfahren für die Verlängerung der Tram 18 nach St. Emmeram läuft und läuft und … gebaut wurde noch kein Meter neues Gleis.

Beschleunigung

Das Beschleunigungsprogramm muß mit neuem Schwung wieder vorangetrieben werden. Die führt zu nachhaltigen Kostenreduzierungen und steigert die Attraktivität des Angebots.

Finanzierung

Durch den Wegfall der Gewinne aus der Stromerzeugung fehlen bis zu 300 Mio. Mark in der Kasse der Stadtwerke München. Deshalb unternehmen sie zur Zeit den hilflosen Versuch, durch das Ausdünnen und Einstellen von Linien die ‚Eigenwirtschaftlichkeit‘ zu erreichen. Damit soll auch die durch europäisches Recht erzwungene Ausschreibung von Linien vermieden werden. Dies kann aber nicht im Sinne des Fahrgastes sein. Leider wird viel Geld und Geisteskraft für ein eigenes Erscheinungsbild der SWM-Verkehrsbetriebe ausgegeben. Die ‚lila Kuh‘ wird aufs Gleis gestellt und überall prangt das SWM-Logo statt dem Münchner Kindl. Dieser Weg ist falsch. Das zeigt auch das Fahrplanchaos mit ständig wechselnden Abfahrtszeiten und Linienwegen.

Wir fordern:

Die Politik muß sich wieder voll für den Linienvekehr verantwortlich fühlen und nicht die Verkehrspolitik auf die Schultern von Geschäftsführern abladen und sie damit überfordern.

Die Landeshauptstadt München muß für den Ausbau der Verkehrsmittel bei U-Bahn und Trambahn in gleicher Weise durch das Baureferat sorgen.

Die SWM-Verkehrsbetriebe müssen sich auf ihre Kernkompetenzen, das Betreiben von öffentlichem Linienverkehr konzentrieren und dies zu konkurrenzfähigen Preisen tun.

Der MVV muß wieder mit mehr Kompetenz für die Fahrplangestaltung ausgestattet werden. Er hat insbesondere für die optimale Verknüpfung der unterschiedlichen Verkehrssysteme und Verkehrsunternehmen zu sorgen.

Die Tarifgestaltung muß schon im Jahr 2000 verbessert werden. Das Ticket ‚XXL‘ kann nicht auf später verschoben werden. Es muß wieder einen einheitlichen, für eine Fahrplanperiode gültigen Fahrplan geben. Der Fahrgast kann sich nicht durch Nachtragshefte zur Information durchquälen müssen.

Ablauf der Fahrplanentwicklung:

  1. Planungsreferat schlägt aufgrund von objektiven, in der Öffentlichkeit nachvollziehbaren Zahlen und Fakten das Leistungsangebot dem Stadtrat vor. Die Bezirksausschüsse werden mit ihrer lokaen Kompetenz intensiv beteiligt
  2. Der Stadtrat beschließt das Leistungsangebot.
  3. Der MVV beauftragt das beste Unternehmen. Dabei darf nicht nur das Geld eine Rolle spielen.

Verkehrspolitik muß wieder im Rathaus gemacht werden

Aktuelle Informationen für Presse und Rundfunk 28.12.1999 (18/1999)

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Das ist zuviel: Der MVV muß seine Fahrpreise um 6% erhöhen, die SWM-Verkehrsbetriebe wollen drastisch die Leistungen einschränken und wir werden mit Firlefanz wie einem neuen Farbschema für die Trambahn mit ‚frischem Blau und Aluweiß‘ belästigt.

Wo liegt die Ursache? Bisher war der Werkausschuß für das Angebot der Linienverkehrsmittel in München zuständig und mußte seine Entscheidungen in der Öffentlichkeit fällen. Es war schon schwierig genug mit der MVV-GmbH, die von der Politik nur über den Oberbürgermeister erreicht werden konnte. Jetzt gibt es aber die SWM-GmbH und keiner ist politisch so richtig für den Linienverkehr zuständig. Das kann nicht so bleiben, solange ein ganz erheblicher Anteil über unsere Steuergelder finanziert wird. Die SWM-Verkehrsbetriebe müssen sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren und zu marktfähigen Preisen Transportleistungen erbringen. Die Politik muß sagen, wieviel und wo in München mit Bus und Bahn gefahren wird.

Genauso wenig wie wir das Farbschema ‚lila Kuh‘ akzeptieren, werden wir uns eine Taktverschlechterung bei U-Bahn, Trambahn und Bus gefallen lassen. Gerne können wir ein Bürgerbegehren zu diesem Thema betreiben. Wir glauben nicht, daß sich die Münchner mit noch weniger Linienverkehr zufrieden geben werden. Die zuerst zuständigen Bezirksausschüssen werden sicher sehr kritisch die Verschlechterungen prüfen müssen. Damit es ganz klar wird: Wir wollen keine heiße Luft transportieren. Aber der 10-Minuten-Takt ist schon kein feudales Angebot. Die Attraktivität des Gesamtsystems MVV kann mit immer schlechterem Angebot soweit gesenkt werden, bis gar keiner mehr damit fährt. Und das will sicher niemand.

Mit freundlichem Gruß
Andreas Nagel

Abstimmung über weiß-blaue Trambahn auch im Internet unter www.Fahrgaeste.de

Aktuelle Informationen für Presse und Rundfunk 14.12.1999 (17/1999)

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Um auch allen Internetnutzern eine Information über die ‚lila Kuh‘, den neuen vierteiligen Trambahnwagen in München, zu ermöglichen haben wir ein paar Bilder davon ins Netz gestellt. Dabei kann jeder auch an einer Abstimmung über die zukünftige Farbe der Trambahn teilnehmen. Die Abstimmung und die Bilder erreichen Sie unter der Adresse: www.Fahrgaeste.de.

Wir werden die Abstimmungsergebnisse sowohl im Internet wie auch in unseren konventionellen Informationen bekannt geben.

Mit freundlichem Gruß
Andreas Nagel