Vierteiliger Trambahnzug vorgestellt

Aktuelle Informationen für Presse und Rundfunk 13.12.1999 (15/1999)

Für Rückfragen steht Ihnen zur Verfügung:
Andreas Nagel, Freischützstraße 110, 81927 München, (0172) 8342157, nagel@fahrgaeste.de

Erfreulich, daß die MVV-Verkehrsmittel mit einem neuen Fahrzeugtyp ergänzt werden: Ein vierteiliger Trambahnzug, der ein wesentlich größeres Platzangebot bereithält. Es wurde dringend Zeit, daß die erfreulichen Fahrgastzuwächse, zum Beispiel auf der beschleunigten Tram 20, auch mit einem angemessenen Platzangebot bedient werden können. Sehr zu begrüßen ist der von den Fahrgästen oft als zu klein bemängelte, jetzt vergrößerte Fußraum. Wir hoffen, daß die 20 neuen Fahrzeuge dieses Typs rasch in den regulären Fahrgastbetrieb kommen.

Wir bedauern allerdings den Abschied von der traditionellen weiß-blauen Farbgebung. Das weltbekannte Erscheinungsbild der typischen Münchner Trambahn wird ohne Grund aufgegeben. Jedes andere Unternehmen würde sich über ein derart bekanntes ‚corporate identity‘ um in der Designersprache zu bleiben freuen. Unsere Erfahrung mit einem andern großen bundesdeutschen Verkehrsunternehmen hat gezeigt, daß die Pünktlichkeit nicht mit dem Farbwechsel der Bahnhofsuhren verbessert werden konnte. Wir werden genau prüfen, wie die neue Farbgebung bei den Münchnern ankommt. Beim Probewagen hat man mit vielen weißen Beschriftungen den Pausenriegeleffekt schon etwas abgemildert.

Mit freundlichem Gruß
Andreas Nagel

Holt die lila Kuh vom (Gl)eis!

Aktuelle Informationen für Presse und Rundfunk 13.12.1999 (16/1999)

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Als Sprecher der Aktion Münchner Fahrgäste habe ich mich an den Münchner Oberbürgermeister gewandt:

‚Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

der Geschäftsführer Verkehr, Herbert König, hat in seiner Rede zur Vorstellung des vierteiligen Trambahnwagens mich als alleinigen Gegner der neumodischen Farbgebung unseres neuen Trambahnzuges genannt. Dies scheint sich nun nicht in vollem Umfang zu bestätigen.

Wir haben, gemeinsam mit anderen, die Münchner Trambahn gerettet – nun setzten wir uns auch für die Beibehaltung der traditionellen Farbgebung ein. Wie bereits angekündigt wollen wir einen fairen Vergleich der beiden Farbschemen. Dies erfordert aber, daß der dritte Zug in der bisherigen Farbgebung vom Hersteller abgeliefert wird.

Nur Sie haben als Stadtoberhaupt und Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke die Möglichkeit für diese Chance zu sorgen. Wir bitten Sie sehr herzlich dies zu tun.

Falls das neue Farbkonzept so überzeugend ist, braucht es einen Vergleich ja nicht zu scheuen. Den Zweck, Aufmerksamkeit zu erreichen, hat ja nun schon der erste Wagen erfüllt. So kann die Trambahn auch weiterhin in eine weiß-blaue Zukunft fahren.‘

Mit freundlichem Gruß
Andreas Nagel

Seit 5 Jahren erfolgreich: MVV-Nachtlinien

Aktuelle Informationen für Presse und Rundfunk 13.09.1999 (14/1999)

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Andreas Nagel, Freischützstraße 110, 81927 München, (0172) 8342157, nagel@fahrgaeste.de

In der Nacht vom 13./14. September 1994 wurden die MVV-Nachtlinien feierlich eröffnet. Seither fahren die MVV-Nachtlinien in der Stadt jede Nacht im Stundentakt und am Wochenende alle 30 Minuten.

Die Stadträte Fricke, Schosser und Zöttl haben den MVV-Nachtverkehr beantragt, der Oberbürgermeister hat ein ‚Machtwort‘ gesprochen und der Kämmerer gibt das Geld dazu. Nachtverkehr ist ein Stück Daseinsvorsorge, dessen Nutzen weit über die tatsächlichen Fahrgastzahlen hinausgeht: Jugendlichen ist es möglich, einigermaßen sicher nach Hause zu kommen ohne Trampen zu müssen. Dienstleister, die früh oder spät unterwegs sein müssen, können auf ein Auto verzichten. Vielleicht fällt es einem auch leichter mit Alkohol im Blut auf das Auto zu verzichten, wenn nicht eine saftige Taxlerrechnung droht.

Schade, daß dieses Jubiläum nicht offiziell gefeiert wird. Wir wollen dies nicht als schlechtes Omen werten. Der Münchner Nachtverkehr ist einfach so normal, daß er auch ohne Feier dazugehört.

Damals haben wir den Verantwortlichen des MVV eine ‚Schlafmütze‘ geschenkt, weil zu wenig auf den Sammelanschluß am Stachus hingewiesen wurde. Diese haben sie auch heute noch verdient, weil an keinem U-Bahnhof leicht erkennbar ist, daß er von einer Nachtlinie an der Oberfläche angefahren wird. Aber der MVV hat wenigstens mit seichten Sprüchen ‚… wir kommen öfter‘ versucht auf den Nachtverkehr aufmerksam zu machen, wenn auch die ständige Verfügbarkeit eines Nachtlinienplanes für die Fahrgäste mehr Nutzen stiften würde.

Mit freundlichem Gruß
Andreas Nagel

100 Tage Oberlandbahn

Aktuelle Informationen für Presse und Rundfunk 06.09.1999 (13/1999)

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Andreas Nagel, Freischützstraße 110, 81927 München, (0172) 8342157, nagel@fahrgaeste.de

Seit 100 Tagen fährt die Oberlandbahn (BOB) von München nach Bayrischzell, Tegernsee oder Lenggries) im 1-Stundentakt mit den Integralzügen. Also ist die Schonfrist endgültig vorbei. In diesen 100 Tagen und davor im ‚Vorlaufbetrieb‘ mit den Fahrzeugen der DB in Verantwortung der Bayrischen Oberlandbahn GmbH konnten genügend Ärgernisse verzeichnet werden. Wir haben uns den Betrieb in den letzten Tagen besonders genau angeschaut: Allgemeiner Eindruck ist eine leichte Besserung der Pünktlichkeit und der Zuverlässigkeit des Bahnsystems. Allerdings gibt es Mängel, die ganz leicht abgestellt werden könnten und es muß eine Strategie gefunden werden, die auch im Herbst zu erträglichen Zuständen führt. Jeder erinnert sich an die Probleme, die durch Herbstlaub und die winterliche Witterung im letzten Jahr im Münchner S-Bahn-Verkehr auftraten. Und es wird auch in diesem Jahr wieder Herbst und Winter geben.

Die Fahrt beginnt am Münchner Hauptbahnhof und man kann nur an zwei Schaltern (46 und 47) die Fahrkarten lösen. Der Versuch am Fahrkartenautomat (von DB Reise & Touristik) beginnt erfreulich mit vielen Abfragen und endet am Schluß leider mit dem Hinweis ‚zur Zeit nicht möglich‘. Also kein Fahrschein, was wir uns aber wünschen würden.

Am Bahnsteig wartet ein Mitarbeiter der BOB, der zwar freundlich Auskünfte gibt, aber nicht ohne weiteres zu erkennen ist. Früher kannte man eben den Mann mit der roten Mütze. Aber sonst ein guter Service.

Die Ansage am Bahnsteig weist auf die Beschilderung an den Türen der Züge hin, damit man in den richtigen Zugteil einsteigt. Leider kann man überall nur ‚München Hbf‘ lesen. Aber die Fahrgäste finden sich zum großen Teil schon zurecht. Ein großer Mangel ist allerdings das Fehlen von Tarifinformationen, denn wer soll wissen ob MVV-Fahrscheine, Wochenendtickets usw. gelten. Auch auf das System der Zugtrennung könnte an gut sichtbarer Stelle hingewiesen werden.

Die Ansage der Haltestellen im Zug ist beim Automatikbetrieb gut, die gutgemeinten Hinweise des Lokführers gehen allerdings im Fahrgeräusch unter. Bei der Rückfahrt funktioniert die automatische Haltestellenanzeige nicht, denn hinter Holzkirchen kommt gleich wieder Schliersee. Daß die Haltestellennamen nicht richtig geschrieben sind ist zwar verzeihlich aber genauso unnötig.

Die Verspätung der Züge bewegt sich zwischen 6 und 10 Minuten. Die fahrplanmäßige Wendezeit an den Endstationen ist viel zu knapp bemessen. Verspätungen können da nur schwer abgebaut werden.

Die Aussage des Pressesprechers der BOB, ‚man könne ja nicht jedem Kunden das Bahnfahren beibringen‘, disqualifiziert sich natürlich selbst. Selbstverständlich muß auch einem Neukunden erklärt werden wann das eine oder andere Ticket gilt.

Das Personal in den Zügen war im Gegensatz dazu bei der Fahrkartenkontrolle sehr freundlich und zuvorkommend. Ein dickes Lob!

Insgesamt ist der Fehlstart der BOB schade. Dazu geführt hat die vom bundesdeutschen Gesetzgeber gewollte Trennung der verschiedenen Geschäftsbereiche der ehemaligen Bundesbahn und der Wettbewerb in Europa. Der Einsatz eines völlig neu konzipierten Zuges war einfach zu mutig. Eisenbahnfahrzeuge kann man nicht von der Stange kaufen. Daß aber eine Privatbahn auch erfolgreich starten kann hat die Bodensee-Oberschwaben-Bahn zwischen Friedrichshafen und Aulendorf bewiesen. Die dortigen Stadtwerke haben ohne Erfahrung im Nahverkehr eine funktionierende Eisenbahn auf die Beine gestellt.

Das Verschwinden der traditionsreichen Tegernseebahn bedauern wir natürlich auch. Insgesamt war der Wunsch der Politik nach umsteigefreien Verbindungen und dem Stundentakt richtig. Jetzt muß alles daran gesetzt werden, daß die Fahrgäste auch den vollen Nutzen des Systems bekommen. Wir wünschen den Mitarbeitern der verschiedenen Unternehmen, die gemeinsam Eisenbahn machen, viel Erfolg, erwarten aber auch vollen Einsatz und werden künftig streng zwischen gut gemeint und gut gemacht unterscheiden.

Mit freundlichem Gruß
Andreas Nagel

Schluß mit dem ständigen Fahrplanwechsel

Aktuelle Informationen für Presse und Rundfunk 27.08.1999 (12/1999)

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Andreas Nagel, Freischützstraße 110, 81927 München, (0172) 8342157, nagel@fahrgaeste.de

Ein großer Nachteil des Linienverkehrs ist die Abhängigkeit von festen Abfahrtszeiten und bestimmten Linienwegen. Ein Auto fährt ja bekanntlich zu jeder Zeit (zumindest in der Regel) wohin man will. Also braucht der Fahrgast Informationen über die Fahrpläne und Linienwege. Diese Informationen gibt es in Fahrplanbüchern und heute natürlich auch in den elektronischen Medien. Früher gab es zweimal im Jahr einen Fahrplanwechsel – und man konnte sich für den angegebenen Zeitraum darauf verlassen. Heute stimmt der MVV-Fahrplan schon am Tage seiner Herausgabe nicht mehr und muß mit einem Nachtragsheft ergänzt werden.

Ganz aktuell ändern sich die Fahrpläne der MVV-Linien 267 und 268 zum 1. September 1999, dann werden am 12. September 1999 die MVV-Linien Tram 20 und Tram 21 zwischen Sendlinger Tor und Stachus eingestellt und am 13. September 1999 startet die MVV-Verstärkerlinie Tram 16.

Die Verantwortlichkeiten für diesen ständigen Fahrplanwechsel sind vielfältig. Die Aufgabenträger, so zum Beispiel die Landkreise, entscheiden sich erst spät für ein Angebot. Die früher zentral beim MVV in der Thierschstraße erstellten Fahrpläne werden teilweise von den Verkehrsunternehmen zusammengebastelt und verspätet an den MVV übermittelt – vielleicht auch nicht immer fehlerfrei. Und beim MVV selbst gibt es auch Probleme bei der Herstellung der verschiedenen Objekte.

Dies interessiert den Fahrgast aber alles nicht. Er braucht zuverlässige Informationen über die einzelnen Linien und darf nicht gezwungen werden, sich täglich ‚online‘ über das aktuelle Fahrplanangebot informieren zu müssen. Das Auto steht bis auf ganz bedauerliche Ausnahmen am nächsten Morgen auch noch am letzten Abstellplatz und Kupplungs- und Bremspedal sind auch nicht vertauscht.

Mit freundlichem Gruß
Andreas Nagel