Leistungsprogramm 2000/2001

Aktuelle Informationen für Presse und Rundfunk 12.03.2000 (09/2000)

Für Rückfragen steht Ihnen zur Verfügung:
Andreas Nagel, Freischützstraße 110, 81927 München, (0172) 8342157, nagel@fahrgaeste.de

Zeitgleich mit der Erhöhung des MVV-Tarifes zum Fahrplanwechsel Ende Mai 2000 wollen die SWM-Verkehrsbetriebe mit ihrem Leistungsprogramm 2000/2001 das Angebot bei U-Bahn, Trambahn und Bus dramatisch kürzen.

Das ‚Leistungskürzungsprogramm 2000/2001‘ wurde den Bezirksausschüssen (BA) kurz vor Weihnachten zur Stellungnahme übersandt (also über die Weihnachtsfeiertage und zwischen den Jahren). Jetzt wurden die Ergebnisse der Veränderungen aufgrund der Rückäußerungen in einer Veranstaltung präsentiert. Ein BA-Mitglied ist mit den empörten Worten ‚Ich fühle mich meiner Zeit beraubt‘ vorzeitig gegangen. Denn eine Änderung bei den Knackpunkten der Kürzungen oder eine Diskussion darüber gab es nicht.

Zwar sollen die Kürzungen weniger als 1% der Leistungen betragen, aber es werden ganz gezielt bestehende Standards gebrochen: Einstieg in den 20-Minuten-Takt bei der Trambahn tagsüber am Wochenende, Streichungen von Streckenabschnitten beim Bus und sogar Einsparungen bei der U-Bahn.

Wir fordern die Politiker im Rathaus an dieser Stelle noch einmal eindringlich auf, das Leistungsprogramm 2000/2001 in dieser Form nicht zu beschließen! (Ausschuß für Arbeit und Wirtschaft oder Vollversammlung in der kommenden Woche.)

Die ‚Scheibchentaktik‘ läßt sich am Beispiel der U4 gut zeigen: Zuerst fuhr sie auch im Spätverkehr vom Arabellapark bis zur Theresienwiese. Dann wurde sie bis zum Lehel zurückgenommen – und jetzt sollen die Fahrgäste zum unbequemen Umsteigen über das Zwischengeschoß auf ein anderes Gleis am Max-Weber-Platz gezwungen werden.

Wir sehen in den Streichungen keine Erfüllung von verkehrspolitischen Zielen. Wir wissen, daß die Finanzierung über die Stromkunden schwieriger geworden ist. Wir wollen auch nicht die berühmte ‚warme Luft‘ in Bus und Bahn befördern. Wir sehen aber nicht, daß die Kürzung von Leistungen der Daseinsvorsorge am Abend und am Wochenende die Wirtschaftlichkeit der SWM-Verkehrsbetriebe erhöht. Dazu wären intelligentere Maßnahmen notwendig.

Wir fordern:

  • Beibehaltung des bisherigen U-Bahn-Angebotes
  • Beibehaltung des 10-Minuten-Taktes bei der Tram 12, 17 und 18
  • Beibehaltung des Linienweges der Tram 17 und 18
  • Beibehaltung des Busangebotes auf der künftigen Westtangente

Zukunft des MVV-Linienverkehrs – Stadtratshearing am 9. Februar 2000

Aktuelle Informationen für Presse und Rundfunk 09.02.2000 (07/2000)

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Quantität zählt!

Eine Reduktion des bisherigen Leistungsstandards bei U-Bahn, Trambahn und Bus kann nicht hingenommen werden. Die Fahrgäste erwarten bei U-Bahn und Trambahn einen 10- Minutentakt! Auch am Wochenende. Wer Leistungen der MW- Verkehrsmittel abbaut vertreibt Fahrgäste und vernichtet Arbeitsplätze auf Dauer. Der Schaden für Umwelt und Stadtmobilität muß zusätzlich berücksichtgt werden.

Qualität zählt!

Die Fahrgäste und die Aufgabenträger zahlen gutes Geld für den Betrieb von Bahn und Bus. Da muß auch die Leistung stimmen. Es darf sich für ein Unternehmen nicht lohnen an Fahrpersonalreserve und Wartung zu sparen. Die definierten Qualitätsstandards müssen eingehalten werden. Eine unabhängige Organisation muß die erbrachten Leistungen kontinuierlich überprüfen. Schlechte Leistung muß finanzielle Folgen haben.

Besonnenes Vorgehen verdient Lob

Aktuelle Informationen für Presse und Rundfunk 31.01.2000 (06/2000)

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Das besonnene Vorgehen der SWM-Verkehrsbetriebe bei der eventuellen Einführung von Bildschirmen in der weiß-blauen Münchner U-Bahn verdient ein uneingeschränktes Lob. Wir Fahrgäste wünschen uns nichts mehr als eine verbesserte Fahrgastinformation. Aber eine ständige Dauerberieselung mit Nachrichten und Werbung kann auch sehr störend sein. Es ist erfreulich, wenn statt ideologischer Diskussionen einfach ein Test gemacht wird. Die tägliche Praxis zeigt dann schon den richtigen Weg.

Die bisher in den U-Bahnhöfen installierten Infoscreens sorgen zweifellos für Abwechslung und verkürzen mit ihren lustigen Filmen das Warten auf die nächste Bahn. Allerdings kann man sich auch einen ruhigeren Platz an den Bahnsteigen suchen. Dies ist der Unterschied zu einem Bildschirm in der Bahn, dem man sich vielleicht unwillkürlich zuwendet. Grundsätzlich darf der Raum der Linienverkehrsmittel nicht zum Rummelplatz der Werbung verkommen.

Also – ein Test mit einer Befragung der Fahrgäste und der entsprechenden Gremien: So stellen wir uns die Einführung neuer Ideen vor.

Wenn die S-Bahn friert …

Aktuelle Informationen für Presse und Rundfunk 27.01.2000 (05/2000)

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dann sollen die Fahrgäste einfach ruhig sein und die armen Verantwortlichen nicht zusätzlich belästigen. So stellt es sich wohl ein Herr aus dem warmen Büro der Pressestelle vor. Dort bekommt man ja auch so sinnreiche Vorschläge, daß man eben einen Zug früher fahren muß um pünktlich in der Arbeit zu sein. Vielleicht wäre es sinnvoll, daß dieser Herr sich einmal mitten in das Chaos zum Beispiel am Hauptbahnhof begibt. Dort würden ihm seine dummdreisten Ausreden bald vergehen.

Sicherlich liegt es manchmal am Fehlverhalten eines einzelnen Lokführers oder Fahrdienstleiters. Die Schuld am S-Bahnchaos liegt aber am System – und dabei in erster Linie an der Politik: Wie fühlt sich wohl ein Mitarbeiter, wenn die Gewerkschaften den Abbau von 70.000 Arbeitsplätzen befürchten? Wer zwingt denn die Bahn zu einem rigorosen Sparkurs der es nicht erlaubt, Lokführer und S-Bahnzüge in genügender Anzahl in Reserve zu halten?

Daß es in Bayern manchmal richtig kalt wird hat die Herren aus der DB-Konzernzentrale sehr verwundert. Wir haben miterlebt, wie sich der Chef von DB-Regio, Manfred Meier, für die S-Bahn einsetzt. Aber er ist eben darauf angewiesen, daß die vom Konzern beschafften neuen Züge auch nach München ausgeliefert werden, daß die Kollegen von DB-Netz die Fahrgäste auf den Bahnsteigen informieren und daß er das erforderliche Personal einstellen darf.

Die Kritik an der Bahn ist keine Majestätsbeleidigung, sondern berechtigt!

Schrumpfbahn ist keine Lösung

Aktuelle Informationen für Presse und Rundfunk 25.01.2000 (04/2000)

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Wer heute auf dem Streckennetz der Deutschen Bahn unterwegs war, hatte nicht den Eindruck von zuviel Personal umsorgt zu sein. Das Konzept mit ständigen Streichungen zu einer wirtschaftlichen Bahn zu kommen, ist bisher immer gescheitert. Nur der leicht merkbare Stundentakt, vernünftiges Wagenmaterial und eine große Pünktlichkeit führen in die Zukunft der Bahn. Vielleicht wurde der neue Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn, Hartmut Mehdorn, falsch verstanden – oder er muß sich noch intensiver mit der neuen Materie beschäftigen. Eine Motivation für die Mitarbeiter waren seine bisher veröffentlichten Aussagen jedenfalls nicht. Und ehrlich gesagt, eine rot-grüne Verkehrspolitik haben wir uns anders vorgestellt. Jedenfalls sind wir froh, daß Spargedanken in Bayern noch nicht Fuß gefaßt haben: Wir begrüßen den Ausbau der Strecke München – Lindau sehr und freuen uns über die Vorfinanzierung durch den Freistaat Bayern. Ein attraktives Angebot hat im Linienverkehr bisher immer seine Kunden gefunden.

Grundsätzlich sind wir der Ansicht, daß die Schieneninfrastruktur genauso wie der Straßenbau in staatliche Hand gehört. Denn das ist ein Stück Daseinsvorsorge. Auf einem modernen Streckennetz können sich dann verschiedene Unternehmen mit ihren innovativen Konzepten Konkurrenz machen – allerdings nicht mit dem berühmten ‚Rosinenpicken‘. Der Nutzen eines Zuges in der Nacht geht weit über seinen tatsächlichen Besetzungsgrad hinaus. Das Auto verkörpert ein Stück räumliche und zeitliche Freiheit, das aber allen Bürgern zusteht.