5 Jahre Osttangente (Tram 25, Max-Weber-Platz – Ostfriedhof)

Aktuelle Informationen für Presse und Rundfunk 10.11.2002 (12/2002)

Für Rückfragen steht Ihnen zur Verfügung:
Andreas Nagel, Freischützstraße 110, 81927 München, (0172) 8342157, nagel@fahrgaeste.de

Am 8. November 1997 wurde die ‚Osttangente‘, die Verlängerung der Tram 25 von Grünwald bis zum Max-Weber-Platz, in Betrieb genommen. Sie ist eine der drei Tangenten, die vom Stadtrat 1991 einstimmig beschlossen worden sind. An eine Verwirklichung der Nord- und Westtangente glaubt zur Zeit niemand.

Heute, nach 5 Jahren, können wir eine positive Bilanz ziehen: Die Fahrgäste benützen gerne die Trambahn zwischen Ostfriedhof und Max-Weber-Platz, der Umsteigepunkt zur S-Bahn am Rosenheimer Platz wird stark in Anspruch genommen, aber auch die Verbindung nach Haidhausen ist eine wesentliche Verbesserung. Die damals vorgetragenen Kritikpunkte, wie zum Beispiel der Dauerstau am Max-Weber-Platz oder die Beeinträchtigungen während der Bauphase, sind längst vergessen. Würde heute jemand die Stillegung dieser Linie fordern, so wäre der Protest genauso stark wie bei der Tram 17, die auf Verlangen der Bürger und Fahrgäste auch wieder in Betrieb genommen wurde und heute zu den erfolgreichsten Linien zählt. Keiner wünscht sich den Betrieb mit Dieselbussen wieder zurück.

Mit der Wiederinbetriebnahme der Osttangente wurde allerdings entgegen der manchmal geäußerten Ansicht keine Neubaustrecke geschaffen. Denn bis zum 21. April 1968 fuhr die Tram 12 auf diesem Streckenabschnitt als ‚Südring‘ (und weiter bis zum Hauptbahnhof über den Goetheplatz). Neu gebaut wurde der Abschnitt Ostfriedhof – Rosenheimer Straße bis zum 28. September 1901 und die Verbindung zur Wörthstraße bis zum 1. November 1906. Leider bleibt es dabei, in den letzten 10 Jahren wurde trotz klarem Auftrag des Stadtrates kein Meter neue Trambahnstrecke in Betrieb genommen.

MVV-Krise als Chance nutzen!

Aktuelle Informationen für Presse und Rundfunk 30.10.2002 (11/2002)

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20 Millionen Fahrgäste werden voraussichtlich dem MVV in diesem Jahr fehlen. Dies ist erschreckend, da eine Verringerung des Individualverkehrs nicht bemerkt werden kann. Noch erschreckender sind allerdings die Schlußfolgerungen, die der Münchner Oberbürgermeister, Christian Ude, gezogen haben soll:
Statt endlich für einen attraktiven Oberflächenverkehr zu sorgen will er das Omnibusnetz dramatisch ausdünnen: Auf schwachen Linien soll nur noch alle Stunde ein Bus kommen.

Lieber Herr Oberbürgermeister, wir dachten immer Sie hätten verstanden, daß Linienverkehr ein Stück Daseinsvorsorge ist und eine Abwärtsspirale aus Kürzungen zu noch weniger Fahrgästen und damit zu weiteren Kürzungen führt!

Wir fordern ein sofortiges Ende der Ressourcenverschwendung beim Logo-Streit von MVV und MVG. Wiedereinführung des Streifenkartenverkaufes in den Oberflächenverkehrsmittel Trambahn und Bus. Schnelle Einführung einer funktionierenden Anschlußsicherung der Verkehrsmittel untereinander.

Wir haben nie den Transport der berühmten ‚heißen Luft‘ gefordert, aber das ständige Herumgedoktere an den Fahrplänen und Linienführungen kann zu keinem Erfolg führen. Nur ein Linienverkehrsmittel, das in vernünftigen Abständen und auf merkbaren Strecken verkehrt, kann Fahrgäste gewinnen. Schikanen wie zum Beispiel das Handy-Verbot gehören abgeschafft!

U-de-Bahn ist unbezahlbar

Aktuelle Informationen für Presse und Rundfunk 18.10.2002 (10/2002)

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Die U-Bahn nach Pasing wird zur Zeit auf ihre Notwendigkeit überprüft. Das ist ein erfreuliches Ergebnis der leeren Stadtkassen. Nun stellt sich die Frage, was dies für die Fahrgäste bedeutet. Tatsache ist, daß in Pasing 12 regelmäßige Abfahrten der S-Bahn je Stunde erfolgen, was rechnerisch einen 5-Minutentakt ergibt (in Wirklichkeit beträgt der Abstand 4, 6, 3 und 7 Minuten). Der 20-Minutentakt von den vier S- Bahnlinien soll auf einen 10-Minutentakt verdichtet werden, dazu soll ein zweiter S-Bahntunnel gebaut werden. Dieses Taktangebot ist dann auf jeden Fall ausreichend. Die Fahrzeit der S-Bahn beträgt von Pasing bis zum Stachus 10 Minuten, die Fahrzeit der U-Bahn wäre länger.

Nun sind die derzeitigen betrieblichen Mängel am S-Bahn-System bekannt, aber den Bau einer Ersatzverkehrslinie im Untergrund rechtfertigt dies nicht.

Alle Verbesserungen im U-Bahn-System der letzten Jahre mußten mit Verschlechterungen im Oberflächenverkehr bezahlt werden, da die Münchner Verkehrsgesellschaft keine höheren Kosten im Betrieb hinnehmen wollte.

Weil jeder Steuer-Euro nur einmal ausgegeben werden kann, ist es aus Sicht der Fahrgäste sinnvoller, das System S-Bahn auf einen vernünftigen Stand zu bringen. Dies muß unabhängig von der Zuständigkeit von Stadt (U-Bahn) und Land (S-Bahn) geschehen.

Der Oberbürgermeister wäre gut beraten, die überflüssige U-Bahn nach Pasing jetzt aus dem Bauprogramm zu nehmen.

10 Jahre König im Münchner Linienverkehr

Aktuelle Informationen für Presse und Rundfunk 01.10.2002 (09/2002)

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Am 1. Oktober 1992 übernahm Herbert König Verantwortung für die städtischen Verkehrsbetriebe in München. Mit seiner Berufung nach München waren vielen Hoffnungen für den Ausbau des Linienverkehrs und insbesondere der Trambahn verbunden. In der Zeit davor wurde über ein Jahrzehnt gestritten, ob der Betrieb einer Trambahn in München für die Zukunft sinnvoll und wirtschaftlich machbar ist. Einen Schlußstrich unter diese Diskussion zog der Münchner Stadtrat mit dem einstimmigen Beschluß zum Erhalt und Ausbau der Trambahn (13. März 1991). Um diesen Beschluß umzusetzen wurde ein neuer Mann an die Spitze der Verkehrsbetriebe gestellt. Und der Auftrag an König lautete: Wiederinbetriebnahme zuvor eingestellter Strecken und Realisierung von Neubaustrecken.

Nun können wir eine Bilanz über 10 Jahre ziehen:

Kein Meter Neubaustrecke. Die erste Amtshandlung von König bestand darin, den Stadtratsbeschluß für einen Weiterbetrieb der Tram 26 zum Lorettoplatz in einen Stillegungsbeschluß umzuwandeln und diesen sofort umzusetzen. Es wurden ca. 600 Meter ‚Neubaustrecke‘ für die Tram 18 gebaut und gefeiert, die allerdings zuvor schon einmal abgebaut worden waren. Die Tram 17 wurde sehr erfolgreich wieder in Betrieb genommen. Ein Erfolg für Fahrgäste und Verkehrsbetriebe. Der Anlauf für die auch heute noch dringend notwendige Verlängerung der Tram 17 und 18 vom Effnerplatz bis zum Cosimapark und nach St. Emmeram ist im Sande verlaufen, zur Zeit ist nur noch eine Verlängerung bis zum Arabellapark im Gespräch und die soll erst nach dem Bau des Ringtunnels am Effnerplatz erfolgen.

Der Bau der Trambahntangente von Bogenhausen nach Schwabing stieß durch eine völlig mangelhafte Informationspolitik und einen unglücklichen Umgang mit dem Eigentümer des Englischen Gartens auf eine teilweise Ablehnung in der Bevölkerung und führte schließlich auch zur Ablehnung durch die Regierung von Oberbayern.

Mit der Wiederinbetriebnahme der Osttangente zwischen MaxWeber-Platz und Ostfriedhof gelang wenigstens die Realisierung von einer der drei geplanten Tangentialverbindungen.

Die Westtangente ist völlig von der Tagesordnung verschwunden.

Die Trambahnfahrzeuge wurden erneuert. Das war vom Stadtrat bereits vor dem Amtsantritt Königs beschlossen worden. Natürlich wurde endlich die Stromversorgung und die Gleise auf einen besseren technischen Stand gebracht.

Der tägliche Nachtverkehr (seit 1994) wurde im Busbereich bis auf eine Linie auf das Wochenende beschränkt. Statt Daseinsvorsorge also Vergnügungsverkehr.

Der Takt der U-Bahn wurde in den Randzeiten ausgedünnt. Auch der Takt so wichtiger Linien wie die Tram 20 wurde bereits verschlechtert oder die Verschlechterung ist geplant.

Ein besonderes Augenmerk legte König als Chef der neuen Münchner Verkehrsgesellschaft MVG auf eine Abgrenzung vom bekannten Symbol des Münchner Linienverkehrs, dem MVV. Auch sollte eine neue Designer-U-Bahn seit Jahren in München fahren, doch bisher gelang dies nicht. Das weltbekannte Weiß-Blau der Trambahn wurde durch ein derzeit modisches lilablau-silber ersetzt.

Eine Zusammenarbeit mit den Verkehrs- und Fahrgastinitiativen in München ist uns nicht bekannt. Über gute Beziehungen zu anderen Dienststellen haben wir noch nichts gehört.

Wir sind mit dieser Bilanz nicht zufrieden.

5 Jahre Infokiosk am Stachus

Aktuelle Informationen für Presse und Rundfunk 27.08.2002 (08/2002)

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Andreas Nagel, Freischützstraße 110, 81927 München, (0172) 8342157, nagel@fahrgaeste.de

Genau am 29. August 2002 kann unser Infokiosk am Stachus sein 5-jähriges Bestehen feiern. Wie jeden Donnerstag stehen die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Aktion Münchner Fahrgäste zwischen 18:00 und 20:00 Uhr für alle Fragen zum Linienverkehr zur Verfügung. Wir sind schon ein bißchen Stolz, daß wir als unabhängige Fahrgastorganisation diese Aufgabe über eine relativ lange Zeit kontinuierlich übernommen haben. Es hat uns einen noch tieferen Einblick in die Sorgen und Nöte der Fahrgäste ermöglicht.

Denn manchmal wurde von offizieller Seite angenommen, daß der ‚wirkliche‘ Fahrgast ganz andere Probleme sieht. Jede Woche wird aber genau das Gegenteil bewiesen. Sicherlich würden wir gerne wachsen – und einen Service 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr anbieten. Aber es gehört eine Menge Wissen dazu, alle Tücken und Geheimnisse des Tarifes , des Fahrplanes und der Linienwege zu kennen oder wenigstens die richtige Ahnung davon zu haben. Nur guter Wille alleine ist zu wenig.

Genau um 18:00 Uhr werden wir mit einem Glas Sekt anstoßen und freuen uns über jeden MVV-Fahrgast!

An dieser Stelle danken wir den Mitarbeitern der Deutschen Bahn, die unser Vorhaben unterstützt und gefördert haben, aber auch den ‚Kollegen‘ von MVV und MVG, die uns auch auf jeder möglichen Weise weiterhelfen! Wir freuen uns auf viele weitere Jahre der Zusammenarbeit.