MVV-Tariferhöhung 2017

Die Gesellschafterversammlung des Münchner Verkehrs- und Tarifverbundes (MVV) tritt am Freitag, 16. September 2016, zusammen, um über die Tariferhöhung für das nächste Jahr zu beschließen. Spannend bleibt die Frage, ob es eine Tariferhöhung gibt und wenn ja, in welcher Höhe. Gesellschafter sind die Landeshauptstadt München, der Freistaat Bayern und die Verbundlandkreise.

Alle Fragen, die damit zusammenhängen, sind ein gut gehütetes Geheimnis.

Natürlich sind alle Tarifangelegenheiten von besonderem Interesse für die Fahrgäste.

Grundsätzlich ist der MVV-Tarif weder undurchschaubar, noch völlig abgehoben vom Preisniveau her. Allerdings gibt es ein paar sehr große Ärgernisse. Zum Beispiel die Preissprünge an den Zonengrenzen. Mit großer Spannung erwarten alle die angekündigte MVV-Tarifreform. Die Politik hat versprochen, daß der MVV-Tarif einfacher, gerechter, billiger und gleichzeitig ergiebiger werden soll. Manchem Kenner der Materie gibt es große Rätsel auf, wie das geschehen soll.

In den letzten Jahren haben wir viel erreicht: Der Tarif für einzelne Hunde wurde abgeschafft, das Semesterticket für Studenten eingeführt und die Zeitkarten können nun flexibel erworben werden.

Was bei den Fahrgästen zu großer Verwirrung führt sind aber die unterschiedlichen Abfertigungsverfahren der verschiedenen Verkehrsunternehmen und die Unterschiede zwischen dem Angebot im Internet und am Automat. So gibt es entwertete und unentwertete Karten, Mit einer Applikation läßt sich ein Anschlußticket erwerben, das es sonst nicht gibt.

Welche Erhöhung ist nun angemessen? Wenn es nach der Zuverlässigkeit in der laufenden Fahrplanperiode geht: Null-Komma-Null!

Oberbürgermeister Dieter Reiter wird also gute Gründe finden müssen, wenn unter seiner Regie eine Tariferhöhung beschlossen wird.

Werden die Tarife doch erhöht, so ist das lediglich ein Vorschuß für das kommende Fahrplanjahr. Wir wollen dann keine Betriebsunterbrechungen mehr bei der Trambahn, sondern ein Bauen unter dem rollenden Rad. Wir wollen keine gesperrten U-Bahnstrecken im Winter. Wir wollen nicht mehr jeden Tag eine Vielzahl von Störmeldungen lesen. Und eine Ungerechtigkeit könnte man schnell abschaffen: Kinder fahren mit einem Fahrkartenbesitzer eine Kurzstrecke umsonst.

Endlich fahren die Trambahnen wieder

Es war eine lange, harte und entbehrungsreiche Zeit. Wichtige Trambahnlinien wurden wegen Bauarbeiten unterbrochen. Besonders schmerzlich war dies natürlich am Stachus. Aber auch die Fahrgäste nach Grünwald können ein Trauerlied von den ständigen Sperrungen der Trambahnlinie 25 singen.

Natürlich muß gebaut werden, natürlich ist es gut, daß die Anlagen in Schuß gehalten werden. Aber muß man wirklich in einem Jahr das Gleisbett, im nächsten Jahr die Weichen und dann die Oberleitung richten?

Für die Münchner Fahrgäste ist es schon eine schwere Umstellung, die Touristen tun sich aber um ein vielfaches schwerer. Es gab keinen zusammenhängenden Netzplan und die touristischen Einrichtungen verweisen eben auf den Normalzustand beim Liniennetz.

Natürlich gäbe es auch andere Lösungen. Man kann auch „unter dem rollenden Rad“ bauen. Das soll 30 Prozent mehr kosten – aber dieses Geld ist gut angelegt. Bezahlen müssen es ja in jedem Fall die Fahrgäste. Und die bezahlen mit ihrem Fahrgeld auch für Zuverlässigkeit.

Bei Straßenbaustellen wird an wichtigen Stellen von 6 bis 22 Uhr gearbeitet, natürlich an allen Werktagen. Beim Mittleren Ring fragt niemand nach den Kosten – da muß es einfach schnell gehen.

Die Aktion Münchner Fahrgäste fordert eine besser Koordination der einzelnen Bauabschnitte und eine wesentlich verbesserte Verfügbarkeit bei dem Linienverkehrsmittel.

Tram-Westtangente wird gebaut

Nach langem hin und her gibt es nun wohl endlich eine Einigung zur Trambahn-Westtangente, Ende Oktober beschließt der Stadtrat hoffentlich den Bau. Das ist sehr erfreulich, denn München braucht dringend den Ausbau der Linienverkehrsmittel – und das System Trambahn ist kostengünstig und vor allem auch schnell erweiterbar. Wir von der Aktion werden uns aber erst wirklich freuen, wenn die ersten Bagger rollen und mit dem Verlegen der Gleise begonnen wird.

http://www.merkur.de/lokales/muenchen/stadt-muenchen/tram-westtangente-wird-gebaut-6731259.html

Trambahn-Westtangente nützt allen Bürgern

Es wird über erfreuliche Signale aus dem Münchner Rathaus berichtet, die freie Fahrt zum Bau der Trambahn-Westtangente anzeigen. Das ist ein wirklich wichtiger Meilenstein zum Ausbau des Linienverkehrs in München. Die Trambahn-Westtangente führt vom Romanplatz über den S-Bahnhof Laim bis zum U-Bahnhof Aidenbachstraße. Sie verkehrt beinahe im rechten Winkel zu den S- und U-Bahnlinien und ermöglicht viele direkte Fahrbeziehungen zwischen den Stadtteilen.

„Vernunft ist auch in der Verkehrspolitik immer ein guter Ratgeber“, sagt Andreas Nagel, Sprecher der Aktion Münchner Fahrgäste. „München braucht dringend den Ausbau der Linienverkehrsmittel – und das System Trambahn ist kostengünstig und vor allem auch schnell erweiterbar. Wir werden uns aber erst wirklich freuen, wenn die ersten Bagger rollen und mit dem Verlegen der Gleise begonnen wird.“

In der Vergangenheit wurden teilweise sehr ideologische Debatten geführt. Diese nützen den Fahrgästen aber nichts. Wenn dann auch in den Betrieb der U-Bahn investiert wird und ein ganztägiger 10-Minuten-Takt angestrebt wird, dann ist man in München auf dem richtigen Weg. Mittelfristig wird die U-Bahn aber auch automatisch fahren müssen, um die Kapazitäten in den sehr teuren U-Bahntunneln auch auszunutzen. Für einen leistungsfähigen und zuverlässigen MVV-Linienverkehr bezahlen die Fahrgäste auch gerne ein angemessenes Entgelt.

Zivilcourage für Fahrgäste

Angst ist immer ein schlechter Ratgeber. Aber wie komme ich sicher nach Hause, auch wenn ich beim Feiern war? Die Antwort auf diese Frage geben erfahrene Beamte der Polizei beim Verhaltenstraining für Fahrgäste. Das Polizeipräsidium München, die Bundespolizeiinspektion München und die Aktion Münchner Fahrgäste veranstalten Kurse für Zivilcourage. Im Mittelpunkt steht die Vermeidung von gefährlichen Situationen und das angemessene Verhalten. Die kostenlosen Kurse finden im Verkehrszentrum des Deutschen Museums auf der Schwanthalerhöhe statt. Anmeldung im Internet unter www.fahrgaeste.de oder Telefon (089) 20 35 50 00. Der nächste Kurs findet am Donnerstag, 8. September, um 13:30 Uhr statt.

Die Kurse sind besonders für Jugendliche geeignet. Neben theoretischen Erläuterungen werden auch Rollenspiele durchgeführt, die ganz anschaulich das richtige Verhalten erlernen lassen. ‚Wir wollen, daß es gar nicht zu Situationen kommt, bei denen Fahrgäste zu Schaden kommen!‘, sagt Andreas Nagel, Sprecher der Aktion Münchner Fahrgäste.