Bernhard Weisser tritt zum Jahresende als S-Bahnchef zurück

Bernhard Weisser, der Sprecher der Geschäftsleitung der S-Bahn München, gibt zum Jahresende sein Amt auf. Dies ist mehr als bedauerlich, wenn man die Entscheidung auch mit Respekt hinnehmen muß. Weisser hat die S-Bahn München unter den gegebenen Umständen sehr erfolgreich geführt. Mit seinem vielen Kenntnissen und dem tiefen Verständnis für das System Eisenbahn ist es ihm gelungen, den Betrieb der S-Bahn zu modernisieren und zu stabilisieren. Er hat sich selbst auf die Suche nach einzelnen Sekunden gemacht, deren Einsparung zur Leistungsfähigkeit der S-Bahn beigetragen haben. Daneben wurden von ihm viele Konflikte mit seiner hohen sozialen Kompetenz gelöst oder entstanden erst gar nicht. Im Jahr 2009 wurde sein Wirken mit dem Fahrgastpreis der Aktion Münchner Fahrgäste ausgezeichnet. Wir haben uns mit Bernhard Weisser unzählige Male, oft auch ganz zufällig, bei Stammstreckensperrungen oder anderen Großereignissen vor Ort getroffen. Ganz schnell und unbürokratisch wurden dann Verbesserungen für die Fahrgäste erreicht. Bernhard Weisser ist ein Mann der Tat, der wirklich nicht beratungsresistent, die Interessen seines Unternehmens und die der Fahrgäste in einem ausgewogenen Verhältnis berücksichtigt hat. Wir wünschen Bernhard Weisser persönliches Wohlergehen und hoffen, daß er im Rahmen der Möglichkeiten der S-Bahn München weiterhin beratend zur Verfügung steht.

„Das mit den Zonen und Ringen versteht kein Mensch“

Das MVV-Tarifsystem ist, sowohl für Münchner als auch für Einheimische, nicht immer leicht zu durchschauen und auch in Zukunft wird es wohl viele verwirrte Gesichter vor den Automaten und Tarifplänen geben. Denn statt auf eine Revolution des Tarifsystems setzt man auf eine Evolution – das mitunter unübersichtliche Ring-System bleibt als „wichtigste Säule“ mit einigen Modifikationen bestehen. Immerhin sollen aber wenigstens die Kostensprünge an den Tarifgrenzen für Einzel- und Streifenfahrkarte abgebaut werden.

http://www.sueddeutsche.de/muenchen/fahrpreisefuer-busse-und-bahnen-umstrittene-mvv-einteilung-in-ringe-und-zonen-bleibt-1.3179654

http://www.sueddeutsche.de/muenchen/nahverkehr-das-mit-den-zonen-und-ringen-versteht-kein-mensch-1.3186627

Zusammenbruch des Linienverkehrs in München

Am Montag, 26. September 2016, ist der Linienverkehr in München wieder einmal zusammengebrochen. Wegen einer Signalstörung am Stachus gegen 17 Uhr kam es zu Verspätungen bis zu 20 Minuten und zu Zugausfällen. Um 18:20 Uhr war die Störung behoben. Etwa zur gleichen Zeit kam es zu einer Betriebsunterbrechung bei den U-Bahnlinien U3 und U6 am Sendlinger Tor. Dort fand auch ein Feuerwehreinsatz statt. Die U-Bahnzüge verkehrten zwischen Odeonsplatz und Implerstraße nicht. Die Beeinträchtigung der Fahrgäste war wieder einmal massiv.

„Es ist eigentlich egal, was im Einzelfall die Ursache für Großstörungen im Münchner Linienverkehr ist. Hauptursache ist die völlig verfehlte Verkehrspolitik“, sagt Andreas Nagel, Sprecher der Aktion Münchner Fahrgäste. „Seit 1991 will man Tangenten bauen und es klappt einfach nicht. Nicht einmal ein so überschaubares Projekt, wie der Regionalzughalt Poccistraße kann von der Landeshauptstadt München und vom Freistaat Bayern kurzfristig realisiert werden.“

Aber am Dienstag, 4. Oktober 2016, wird ja mit dem Bau der 2. S-Bahnstammstrecke begonnen. Also genauer gesagt, die Deutsche Bahn und die Stadtwerke beginnen mit der Spartenverlegung. Bald wird sich das Projekt dieser S-Bahnstrecke in einem Atemzug mit dem neuen Flughafen in Berlin und dem neuen Bahnhof von Stuttgart nennen lassen müssen.

„Es wäre viel wichtiger, die Maßnahmen aus dem ‚Sofortprogramm‘, das die Bayerische Staatsregierung am 9. Mai 2012 beschlossen hat, zu verwirklichen. Zusätzlich natürlich eine Einzäunung der S-Bahnstammstrecke mit Eindringüberwachung an den Bahnhöfen und eine Vernetzung der einzelnen Verkehrsmittel, die sich aber überlagern müssen“, sagt Nagel.

MVV erhöht die Preise für 2017

Die MVV-Gesellschafterversammlung hat in ihrer Sitzung am 16. Sep­tember 2016 einstimmig eine MVV-Fahrpreisanhebung um durchschnitt­lich 2,9 Prozent beschlossen. Im Zonentarif beträgt die Preisanpassung im Durchschnitt 3,3 Prozent und im Zeitkartentarif durch­schnitt­lich 2,7 Prozent.

Im MVV werden die Fahrpreise regelmäßig jährlich zum Fahrplanwechsel im Dezember angepasst. Die Preissteigerung ist unabdingbar, um ein attraktives Leistungsangebot zu gewährleisten und weiter zu verbessern, die hohen Qualitätsstandards zu halten sowie die gestiegenen Kosten auszugleichen.

Im Zonentarif kommt es zum Beispiel zu folgenden Änderungen:
Der Preis der Einzelfahrkarten (eine Zone) wird von 2,70 € auf 2,80 € angehoben.
Der Preis der Streifenkarte wird von 13,00 € auf 13,50 € angehoben.
Die Preise der Tageskarten werden zwischen 2,3 und 3,5 Prozent angehoben, beispielweise
– die Single-Tageskarte Innen- oder Außenraum um 20 Cent von 6,40 € auf 6,60 €,
– die Single-Tageskarte München XXL um 20 Cent von 8,60 € auf 8,80 €,
– die Single-Tageskarte Gesamtnetz um 40 Cent von 12,40 € auf 12,80 €,
– die Gruppen-Tageskarte Innen- oder Außenraum um 40 Cent von 12,20 € auf 12,60 €,
– die Gruppen-Tageskarte München XXL um 50 Cent von 15,40 € auf 15,90 €,
– die Gruppen-Tageskarte Gesamtnetz um 70 Cent von 23,20 € auf 23,90 €,
– die Kinder-Tageskarte um 10 Cent von 3,00 € auf 3,10 €.

Außerdem ändern sich folgende Preise:
– Kinder-Einzelfahrkarte um 10 Cent von 1,30 € auf 1,40 €.
– Fahrrad-Tageskarte um 40 Cent von 2,60 € auf 3,00 €.

Die Einzelfahrkarte Kurzstrecke wird nicht erhöht, der Preis bleibt mit 1,40 € gleich.

Bis zum 31. März 2017 können die bis zum 10. Dezember 2016 geltenden Fahrkarten des Zonentarifs noch aufgebraucht werden. Fahrkarten des Zonen- und Kurzstreckentarifs (mit Preisangabe in Euro) können – zeitlich unbegrenzt – gegen Aufzahlung zum neuen Preis umgetauscht oder gegen Bezahlung eines Bearbeitungsentgelts von 2,00 € je Bearbeitungs­vorgang erstattet werden. Neu ist, dass zukünftig auch Fahrkarten des Zonen- und Kurzstreckentarifs (mit Preisangabe in Euro) zeitlich uneingeschränkt gegen Aufzahlung umgetauscht werden können (was vorher nur bis Ende März möglich war).

Im Zeitkartentarif werden die Preise für alle Ringe angehoben:
– die IsarCard-Wochenkarte für 2 Ringe um 30 Cent von 14,70 € auf 15,00 €,
– die IsarCard-Monatskarte für 2 Ringe um 1,10 € von 53,40 € auf 54,50 €,
– die Monatskarte IsarCard9Uhr Innen- oder Außenraum um 1,20 € von 57,70 € auf 58,90 €,
– die Monatskarte IsarCard60 Innen- oder Außenraum um 1,00 € von 46,60 € auf 47,60 €.

Die Preisanpassung erfolgt
– für IsarCard-Wochenkarten und -Monatskarten zum 11.12.2016,
– für Wochenkarten der Ausbildungstarife zum 12.12.2016,
– für Monatskarten der Ausbildungstarife, die IsarCard S sowie für Abonnements mit monatlicher Zahlung zum 01.01.2017.
– Abonnements mit jährlicher Zahlung gelten – ohne Zahlung eines Aufpreises – bis zum Ablauf ihrer Geltungsdauer unverändert weiter.

In der Sitzung wurden auch grundlegende Weichenstellungen zur Sicherung und dauerhaften Fortführung des MVV-Semestertickets vorgenommen.
Oberbürgermeister Dieter Reiter, Vorsitzender der MVV-Gesell­schafter­versammlung: „Ich freue mich, dass mit der heutigen Entscheidung von unserer Seite die Grundlagen für eine dauerhafte Fortführung des Semestertickets getroffen wurden. Eine meiner Ansicht nach wichtige Errungenschaft für die Studentinnen und Studenten in München.“

Ausführliche Informationen zu den neuen MVV-Fahrpreisen mit allen Tabellen zum Zonen- und Zeitkartentarif sowie zu den sonstigen Änderungen findet der Fahrgast bereits in den nächsten Tagen unter www.mvv-muenchen.de „Tickets & Preise“. Eine übersichtliche Broschüre mit allen Details wird vom MVV Anfang Dezember 2016 herausgegeben.

Reiter greift den Fahrgästen tief in die Taschen

Oberbürgermeister Dieter Reiter, der Vorsitzende der MVV-Gesell­schafter­versammlung, greift den Fahrgästen tief in die Taschen. Im Einvernehmen mit den Gesellschaftern von Land und Landkreisen steigen die Tarife ganz erheblich. Während das Leistungsangebot der städtischen Verkehrsgesellschaft um 2,3 Prozent steigt, fällt die Preissteigerung bei den Fahrkarten mit 2,9 Prozent doch erheblich höher aus.

„Diese Tariferhöhung läßt sich nicht mit den bisherigen Leistungen der Verkehrsunternehmen rechtfertigen, sie ist ein Vorschuß auf Verbesserungen, die auch in der laufenden Fahrplanperiode im nächsten Jahr erfolgen müssen“, sagt Andreas Nagel, Sprecher der Aktion Münchner Fahrgäste. „Wir wollen mindestens einen 10-Minuten-Takt bei der U-Bahn von Betriebsbeginn bis zum Schluß, keine Diskussionen mehr über das Semesterticket und eine Verbesserung auf der innerstädtischen Trambahnlinie 19.“

Die Aktion Münchner Fahrgäste fordert einen zuverlässigeren Betrieb bei allen Verkehrsmitteln und eine MVV-Nachhause-Garantie. Das heißt, daß jeder Fahrgast, der morgens mit dem MVV losfährt auch wieder nach Hause kommt – unabhängig von der Wetterlage und hoheitlichen Eingriffen.