Das MVV-Fahrgastparadies kommt: Jetzt im Jahre 2024

Aktuelle Informationen für Presse und Rundfunk 29.02.2012 (07/2012)

Für Rückfragen steht Ihnen zur Verfügung:
Andreas Nagel, Freischützstraße 110, 81927 München, (0172) 8342157, nagel@fahrgaeste.de

40 Jahre nach dem erfolgreichen Start des MVV zeigen sich die Linienverkehrsmittel in einem traurigen Zustand. Egal ob S-Bahn, U-Bahn oder Trambahn, das im Fahrplan versprochene Angebot wird nicht erbracht. Und völlig im Widerspruch zur tatsächlichen Situation versprechen uns die Verantwortlichen das baldige Paradies für die Fahrgäste. Jetzt soll es im Jahre 2024 vollendet sein. Aber wir kennen das. Um die Jahrtausendwende wurde die Lösung wichtiger Probleme für das Jahr 2010 versprochen. Schon damals glaubte man an die Verwirklichung der zweiten S-Bahn-Stammstrecke und an den Transrapid zum Flughafen. Treuherzig wurde versichert, daß die Finanzierung gesichert wäre. Leider ist das Jahr 2010 bereits Vergangenheit – und täglich werden die MVV-Fahrgäste mit überfüllten U-Bahnen, ausfallenden S-Bahnen und nicht verkehrenden Trambahnen gequält. Auch die versprochenen Trambahntangenten sind in einem Zeitraum von 20 Jahren nicht realisiert worden.

So kann es nicht weitergehen. Gerne dürfen alle Entscheidungsträger weiter am MVV-Paradies in einer fernen Zukunft basteln. Dazu gehören die zweite Stammstrecke, die U9, der neue Hauptbahnhof, der Tunnel von Daglfing nach Johanneskirchen, eine U-Bahn nach Pasing und eine nach Englschalking. Wir fordern als Fahrgastverband allerdings, daß mit den Verbesserungen noch in diesem Jahr begonnen wird. Dabei sind die Wünsche durchaus bescheiden und realistisch: Ein moderner Verbundbahnhof in Laim, ein Regionalzughalt an der Poccistraße und zusätzliche Fahrzeuge für S-Bahn, U-Bahn und Trambahn. Wir sind sicher, daß auch die Wähler Taten mehr honorieren als Versprechen, die erst in Jahrzehnten verwirklicht werden.

Neue Trambahn nach St. Emmeram fährt leise

Aktuelle Informationen für Presse und Rundfunk 18.02.2012 (06/2012)

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Andreas Nagel, Freischützstraße 110, 81927 München, (0172) 8342157, nagel@fahrgaeste.de

Am Freitag, 17. Februar 2012, konnten sich Bürger und Politiker ein Bild davon machen, wie leise und erschütterungsfrei die Trambahnzüge auf der neuen Strecke nach St. Emmeram fuhren. Stadtrat Robert Brannekämper (CSU) hatte zu einem Ortstermin an der Haltestelle Prinz-Eugen-Park eingeladen. Während man durch den motorisierten Individualverkehr manchmal in der Unterhaltung gestört wurde, waren die Trambahnzüge kaum zu bemerken. Bei einem anschließenden Besuch im Wohnzimmer der Familie S. mußte extra ein Posten vor das Haus gestellt werden, um rechtzeitig auf dei Trambahnzüge aufmerksam zu machen. Am Eßtisch war auch bei gutem Willen, keine Erschütterung festzustellen.

Gunnar Heipp, der zuständige Projektleiter der Stadtwerke München, bot jedem Anwohner eine sachliche Überprüfung seiner Beschwerden an.

Es wurden Forderungen vorgetragen, wie die Einstellung des Trambahnbetriebes ab 22 Uhr oder eine generelle Geschwindigkeitsbeschränkung. Während manche Teilnehmer bemerkten, daß die neuen Signalanlagen zu einer Verminderung des motorisierten Individualverkehrs geführt hätten, wünschten sich andere eine ‚Grüne Welle‘ für die Autos. Auch das vermeintliche Versprechen, auf dieser Strecke Variobahnen einzusetzen kam wieder zur Sprache.

‚Die Mobilität in einer Großstadt kann mit Trambahnen in einem für die Menschen und die Umwelt sehr verträglichen Maße gewährleistet werden‘, meint dazu Andreas Nagel, Sprecher der Aktion Münchner Fahrgäste und Mitglied im zuständigen Bezirksausschuß Bogenhausen. ‚Wir weisen alle Forderungen nach einer Verschlechterung der Fahrzeiten und der Betriebszeit zurück.‘

Der Bayerische Kulstusminister Ludwig Spänle, immer zur Stelle, wenn es gilt, sich gegen die Trambahn einzusetzen, wollte nicht einmal das Wort ergreifen und war ganz schnell wieder verschwunden.

Während die Vertreter der Stadtwerke und der Fahrgastverbände mit den MVV-Verkehrsmitteln angereist waren, konnten die CSU-Politiker nicht auf das Auto verzichten.

Politik muß handeln

Aktuelle Informationen für Presse und Rundfunk 17.02.2012 (05/2012)

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Chaos bei den wichtigsten MVV-Verkehrsmitteln im Jubiläumsjahr. Unterbrochene Strecken, ausfallende Züge, eingeschränkte Fahrpläne und ständige Baustellen quälen die Fahrgäste in einem nicht mehr vertretbaren Maße.

‚Jetzt muß die Politik handeln‘, meint dazu Andreas Nagel, Sprecher der Aktion Münchner Fahrgäste. ‚Jede verantwortliche Gebietskörperschaft muß ihre Probleme lösen. Und zwar in absehbaren Zeiträumen. Schnellstens muß eine bessere Vernetzung hergestellt werden.‘

Es interessieren keine langfristigen Lösungen für die nächsten Jahrzehnte. Den MVV-Fahrgästen muß sofort geholfen werden. Dazu muß der Freistaat Bayern für mehr Züge und Personal bei der S-Bahn sorgen, die Infrastruktur ertüchtigen und den kurzfristigen Streckenbau voran treiben. Die Landeshauptstadt München muß schnell für eine grundlegende Verbesserung im U-Bahnsystem sorgen. Das einstige Vorzeigeobjekt verkommt immer mehr. Mit dem Bau neuer Trambahnlinien muß muß noch in dieser Wahlperiode begonnen werden, damit schnellstens ein gut verknüpftes und leistungsfähiges MVV-Verkehrssystem entsteht.

Es ist zwar löblich, daß die Trambahnlinie 19 mit vier Bussen verstärkt wird, aber Trambahnzüge aus der ’strategischen Reserve‘ wären sicher hilfreicher. Der Fahrgast bezahlt auch für die Zuverlässigkeit des Systems, daher müssen ausreichend Reserven vorgehalten werden.