U-Bahn München: Wunschzettel an den Weihnachtsmann

Aktuelle Informationen für Presse und Rundfunk 19.11.2014 (38/2014)

Für Rückfragen steht Ihnen zur Verfügung:
Andreas Nagel, Freischützstraße 110, 81927 München, (0172) 8342157, nagel@fahrgaeste.de

Sind das wirklich erfreuliche Nachrichten aus dem Münchner Rathaus? Gemeinsam haben die beiden großen Stadtratsfraktionen einen Antrag gestellt, der weitere U-Bahnstrecken in München schaffen soll. Es liest sich wie ein Wunschzettel an den Weihnachtsmann. Eine U-Bahn nach Pasing soll genauso in Angriff genommen werden, wie eine Verlängerung nach Englschalking und eine U-Bahntangente im Norden, selbstverständlich ergänzt mit einer dritten Innenstadtstrecke. Wenn man schon dabei ist, verspricht man auch noch eine U-Bahn nach Freiham.

‚Man kann die Fahrgäste doch nicht für so dumm verkaufen, daß man Ihnen neue U-Bahnstrecken verspricht, die nicht einmal im Ansatz finanziert sind‘, sagt Andreas Nagel, Sprecher der Aktion Münchner Fahrgäste. ‚Das vorhandene U-Bahnnetz verkommt immer mehr, die Zuverlässigkeit sinkt immer weiter – da helfen auch keine neuen U-Bahnstrecken am Stadtrand.‘

Mancher kann sich noch an die Versprechen erinnern, daß im Jahr 2010 die Magnetschwebebahn Transrapid den Münchner Hauptbahnhof mit dem Flughafen verbindet. Eine zweite S-Bahnstammstrecke sollte ebenfalls 2010 fertiggestellt sein. Niemand spricht heute mehr von einer Verbesserung der Verbindung zum Flughafen und nicht einmal die Pläne für den Tieftunnel der S-Bahn sind fertiggestellt.

Natürlich sollten auch noch der Englische Garten für die Automobile untertunnelt werden und Güterzüge sollen im Osten ebenfalls im Tunnel fahren. Das einzige Problem dabei ist die Finanzierung.

‚Es gehört schon viel Mut dazu, wenn man eine Finanzierung des Baus von neuen U-Bahnstrecken allein durch die Landeshauptstadt München sicherstellen will. Man fragt sich nur, warum die Finanzierung einer Buslinie in Moosach (Metrobus 50) genauso unmöglich ist, wie der Unterhalt von kostenlosen, sauberen Toiletten‘, sagt Nagel.

Natürlich muß in den Ausbau des Linienverkehrs in München investiert werden. Viel Geld kosten moderne Züge, die aber auch einmal rechtzeitig beschafft werden müssen, und moderne Signalanlagen, die einen automatischen Betrieb ermöglichen. Den Fahrgästen, die sich am Marienplatz in übervolle Züge quetschen müssen, hilft es herzlich wenig, wenn nach Pasing heiße Luft transportiert wird, die hauptsächlich dazu dient eine Reserve für Störungen auf der S-Bahn zu schaffen.

Wann soll eigentlich der U-Bahnhof für die Verbindung mit dem Regionalzughalt Poccistraße ertüchtigt werden? Dazu kann man nirgends etwas lesen. Dieses Projekt würde sich aber in einem überschaubaren Zeitraum realisieren lassen. Die Fahrgäste hätten eine wertvolle Verknüpfung an einer entscheidenden Stelle.

Seit Jahrzehnten wird die Schaffung von Tangenten versprochen. Die Trambahntangente von Bogenhausen nach Schwabing scheitert an ein paar Zweigen, die der Oberleitung zum Opfer fallen – und die Verhinderung der Trambahnwesttangente ist das Lebensziel einzelner Rathauspolitiker.

Der Antrag zur Ausbau der U-Bahn ist natürlich auch der Todesstoß für Ausbaumaßnahmen bei der S-Bahn. kein Finanzminister wird einen sechsgleisigen unterirdischen Linienverkehr vom Hauptbahnhof in den Münchner Westen finanzieren. Weder im Bund, noch im Land.

12jähriger stürzt ins Gleisbett der U-Bahn

Am Donnerstag, 13. November 2014, war ein 12jähriger aus München unterwegs zum Nachhilfeunterricht. Auf dem Weg dorthin befand er sich am Bahnsteig des U-Bahnhofes Wettersteinplatz. Er war dann so sehr mit dem Spielen mit seinem Handy beschäftigt, daß er nicht bemerkte, wo er hinläuft. Aufgrund dieser Unachtsamkeit fiel er direkt ins Gleisbett.

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Handlungsbedarf bei der Münchner U-Bahn

Aktuelle Informationen für Presse und Rundfunk 16.11.2014 (37/2014)

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Andreas Nagel, Freischützstraße 110, 81927 München, (0172) 8342157, nagel@fahrgaeste.de

Der November 2014 ist bisher schon durch eine große Zahl an Störungen bei der U-Bahn gekennzeichnet. Am Freitag, 7. November fiel ein Mann ins Gleisbett. Er konnte durch das beherzte Eingreifen eines Polizisten gerettet werden. Am Donnerstag, 13. November stürzte ein 12jähriger ins Gleisbett und wurde durch die U-Bahnwache gerettet. Ebenfalls am Donnerstag, 13. November 2014 kam es zu einem Brand in der Münchner U-Bahn, was zu einer stundenlangen Streckensperrung führte. Am Samstag, 15. November kam es zu einer massiven Stellwerksstörung, die den Fahrbetrieb der U-Bahn erheblich beeinträchtigte, es mußte eine Schienenersatzverkehr eingerichtet werden.

Es mag eine ‚zufällige‘ Häufung von Unglücksfällen sein, die auch noch alle einigermaßen glimpflich ausgegangen sind. Doch zeigen alle diese Fälle, daß ganz massiv in das bestehende U-Bahnsystem investiert werden muß. Daran sollten auch alle Politiker im Münchner Rathaus denken, die voreilig von neuen Tunnelstrecken schwafeln.

‚Im Weltmaßstab gerät die Münchner U-Bahn bald ins Hintertreffen‘, sagt Andreas Nagel, Sprecher der Aktion Münchner Fahrgäste. ‚Wir erwarten ein zuverlässiges System, das vermeidbare Unfälle weitgehend ausschließt.‘

Immer mehr Züge verkehren in der ganzen Welt auf automatischen U-Bahnsystemen. Viele ältere Strecken werden systematisch umgebaut. Eine Gleisbettüberwachung oder Bahnsteigtüren gehören bald zum technischen Standard. Dies zeigt, daß auch in das Münchner U-Bahnsystem mehr Geld fließen muß, um den Betrieb aufrecht erhalten zu können und wieder zu einer besseren Qualität zu kommen. Die Automatisierung der U-Bahn führt durch einen dann möglichen 80-Sekunden-Takt zu einer erheblichen Kapazitätsausweitung in den Bereichen, die überlastet sind.

Arbeitsgericht bestätigt Grundrechte der Lokführer

Auch die zweite Instanz, das hessische Oberlandesgericht, hat am 7. November 2014 in Frankfurt sowohl die Rechtmäßigkeit als auch die Verhältnismäßigkeit des Streiks der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) bei der Deutschen Bahn (DB) bestätigt. Am Tag davor hatte das bereits das Arbeitsgericht Frankfurt beschlossen.

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