MVG-Rad: Hoffentlich ein kurzes Kapitel von Pleiten, Pech und Pannen

Aktuelle Informationen für Presse und Rundfunk 09.10.2015 (28/2015)

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Andreas Nagel, Freischützstraße 110, 81927 München, (0172) 8342157, nagel@fahrgaeste.de

Wenn die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) am 9. Oktober 2015 (!) die Radlsaison eröffnet, kann man nur hoffen, daß es ein kurzes Kapitel von Pleiten, Pech und Pannen beim städtischen Verkehrsunternehmen wird. Leider ist man es ja gewöhnt, daß Züge nicht rechtzeitig in Betrieb genommen werden, Neubaustrecken nicht rechtzeitig begonnen oder vollendet werden und auch Busse und Bahnen im Alltag zu spät kommen. So war es auch nicht verwunderlich, daß der Start von MVG-Rad verschoben werden mußte. Hoffentlich ist das Wetter einigermaßen gnädig, wenn der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter zur Eröffnung strampelt.

‚Das Fahrrad kann einen Beitrag zum umweltschonenden Verkehr in München leisten. Der grundsätzliche Gedanke des Münchner Stadtrates ist richtig, nur wieder einmal schlecht umgesetzt‘, sagt Andreas Nagel, Sprecher der Aktion Münchner Fahrgäste. ‚Hoffentlich müssen die Fahrgäste von Bus und Bahn nicht unter diesem zusätzlichen Engagement leiden.‘

Es stellt sich natürlich auch die Frage, ob es sinnvoll ist, daß sich Gebietskörperschaften gegenseitig Konkurrenz machen. Die Deutsche Bahn bietet ja schon seit längerer Zeit Fahrräder an. Der Fahrgastverband hätte sich gewünscht, daß die Gesellschaften der öffentlichen Hand vertrauensvoll zusammenarbeiten.

Trambahn nach Berg am Laim Bf (Zamdorf)

Aktuelle Informationen für Presse und Rundfunk 01.10.2015 (27/2015)

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Endlich hat die Regierung von Oberbayern den Planfeststellungsbeschluß für die neue Trambahnstrecke nach Berg am Laim Bf (Zamdorf) erlassen. Eigentlich hätte die Strecke im Dezember 2015 in Betrieb genommen werden sollen. Dies wäre eigentlich ganz erfreulich, wenn es auch schon den ‚Zuwendungsbescheid‘ gegeben hätte. Nun muß wieder gewartet werden, bevor die ersten Firmen mit Bauleistungen beauftragt werden können. Ärgerlich ist auch, daß ein im Rahmen der Anhörung eingebrachter vernünftiger Vorschlag nicht von der Bauherrin übernommen wurde. So kann künftig vom Betriebshof der Trambahn nicht in Richtung Steinhausen gefahren werden. Das bedeutet, daß alle Züge beim Ausrücken erst einmal eine Runde zum Max-Weber-Platz machen müssen. Die angedachte Verlängerung der Trambahnlinie 25 von Grünwald wir auch noch einmal überdacht werden müssen. Der Bogenhausener Bezirksausschuß und der Fahrgastverband fordern eine direkte Verbindung ins Stadtzentrum und damit auch eine Verstärkung der Trambahnlinie 19.

‚Der gesunde Menschenverstand ist wieder einmal aus Kostengründen auf der Strecke geblieben. Es ist uns völlig unverständlich, warum das Erfolgsrezept von der Trambahnlinie nach St. Emmeram nicht einfach übernommen wird‘, sagt Andreas Nagel, Sprecher der Aktion Münchner Fahrgäste. ‚Züge, die erst einmal spazierenfahren, bevor sie Fahrgäste befördern steigern sicherlich nicht die Wirtschaftlichkeit der Verbundverkehrsmittel.‘

Schon wieder eine Panne bei der Münchner U-Bahn

Aktuelle Informationen für Presse und Rundfunk 30.09.2015 (26/2015)

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Am Montag, 28. September 2015, kam es zu einem bedenklichen Zwischenfall auf der Münchner U-Bahnlinie U6. Als ein defekter U-Bahnzug in die Abstellanlage geschoben werden mußte, brach eine Kupplung und der Zug wurde auseinandergerissen. Zum Glück kamen keine Menschen zu Schaden. Sechs U-Bahnzüge vom Typ C1 wurden daraufhin aus dem Verkehr gezogen und werden nun überprüft. Ursache soll die ‚unzureichende‘ Montage einer Schraube sein.

‚Der Ausfall der U-Bahnzüge trifft die Fahrgäste wieder einmal zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Auch dieser Fall unterstreicht die Berechtigung unserer Forderung nach mehr Fahrzeugreserven‘, sagt Andreas Nagel, Sprecher der Aktion Münchner Fahrgäste. ‚Grundsätzlich muß der Technik bei dem Münchner Verkehrsunternehmen wieder mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden.‘

Ein privat aufgenommenes Bild, das veröffentlicht wurde, zeigt den auseinandergerissenen U-Bahnzug und man reibt sich verwundert die Augen, daß eine einzelne Schraube, die falsch montiert wurde, solch fatale Folgen haben kann.

Zugführer stoppte Regionalexpreß

Ein voll besetzter Regionalexpress musste am Samstagnachmittag (26. September 2015) beinahe eine Stunde am Bahnhof Petershausen ausharren, ehe er seine Fahrt nach Ingolstadt fortsetzen konnte. Ursache war ein Streit des Zugführers mit mehreren alkoholisierten Fahrgästen, die die 1. Klasse nicht verlassen wollten.

Der RE 4896 verlies den Münchner Hauptbahnhof gegen 16:57 Uhr planmäßig. Gegen 17:15 Uhr hielt der Doppelstockwagen fahrplangemäß in Petershausen. Bereits kurz zuvor war es zwischen dem Zugführer und mehreren Reisenden, die von der Wiesn heimfuhren, zu einem Streit gekommen. Der Zugführer hatte Fahrgäste, die „nur“ Fahrscheine für die 2. Klasse hatten, jedoch in der 1. Klasse standen (!), aufgefordert die Wagenklasse zu wechseln. Aufgrund des voll besetzten Wagens weigerten sich die „Falschfahrer“ der Weisung nachzukommen. Der Zugführerr seinerseits beharrte darauf, ließ die Bundespolizei verständigen und fertigte den Zug für die Weiterfahrt nach Ingolstadt nicht ab.

Nach Ankunft der Bundespolizei stellte sich heraus, dass acht alkoholisierte Personen, die leicht alkoholisiert, aber nicht aggressiv waren, sich der Weisung des Zugbegleiters, der nach Angaben anderer Reisenden äußerst unkooperativ war, widersetzt hatten. Nach Feststellung der Personalien der acht Wiesnheimfahrer, schloss der Zugführer drei von ihnen von der Weiterfahrt aus. Nachdem sie den Zug verlassen hatten, konnte der RE 4896 mit fast einstündiger Verspätung seine Fahrt fortsetzen.

Der Zugführer ist für die Sicherheit im Zug verantwortlich. Ihm ist auch die ordnungsgemäße Abwicklung einer Zugfahrt übertragen. Im betriebssicherheitlichen Bereich obliegt ihm die Zugaufsicht. In dieser Eigenschaft muss er vor der Abfahrt die Abfahrbereitschaft des Zuges feststellen und dem Triebfahrzeugführer den Abfahrauftrag erteilen.

MVV-Tariferhöhung 2016

Aktuelle Informationen für Presse und Rundfunk 18.09.2015 (25/2015)

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Bei den Tarifen des Münchner Verkehrs- und Tarifverbundes (MVV) gibt es nur eine Richtung: Steil bergauf. Während die Inflationsrate seit Jahren nahe an der Null liegt, gönnen sich die Verkehrsunternehmen schon wieder einen kräftigen Schluck aus der vermeintlich vollen Pulle der Fahrgäste. 2,8 Prozent sind bei einem kaum verbesserten Leistungsangebot mehr als üppig.

‚Die Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit sinken immer weiter ab – aber die Politik genehmigt einfach jede Tariferhöhung in seltener Einmütigkeit‘, sagt Andreas Nagel, Sprecher der Aktion Münchner Fahrgäste. ‚Nur unter starkem Zwang und mit Unterstützung der Steuerzahler kamen wenigsten ein paar Verbesserungen für die nächste Fahrplanperiode zustande.‘

Das Angebot muß aber dringend an den zusätzlichen Bedarf der Fahrgäste angepaßt werden. Wenig hilfreich sind dabei Forderungen nach unwirtschaftlichen Linien im Untergrund und Erschwernisse, die zusätzliche Kosten verursachen, aber keinen Nutzen bringen.