Streik bei der Bayerischen Oberlandbahn vermeiden

Die Tarifverhandlungen bei der Bayerischen Oberlandbahn, die auch den Meridian betreibt, verlaufen anscheinend derart schwierig, daß bereits ein Streik angedroht wurde. Der Fahrgastverband fordert beide Tarifparteien auf, sofort an den Verhandlungstisch zurückzukehren und dort eine Lösung zu finden.

‚Nein, wir haben kein Verständnis für einen eventuellen Streik. Wir können nicht akzeptieren, daß wieder einmal die Fahrgäste die Leidtragenden sein sollen‘, sagt Andreas Nagel, Sprecher der Aktion Münchner Fahrgäste. ‚Der Verhandlungstisch ist der richtige Platz für die Durchsetzung von Arbeitnehmerinteressen, nicht die kalten Bahnsteige!‘

Die Fahrgäste des Meridian sind schon genügend durch die behördlichen Maßnahmen im Rahmen der Flüchtlingsbewegungen beeinträchtigt worden. Der Streik von Weichen, Signalen und die Erschwernisse von Baustellen sind schon eine große Belastung. Da dürfen die Beschäftigten nicht auch noch zusätzlich den Tarifkonflikt auf dem Rücken der Fahrgäste austragen. Grundsätzlich fordert die Aktion Münchner Fahrgäste eine Notdienstvereinbarung für die Aufrechterhaltung eines Mindestbetriebes, die Sicherstellung der ersten und letzten Fahrten, sowie eine Vorlaufzeit von 48 Stunden vor dem Beginn von Arbeitskampfmaßnahmen. Der Gesetzgeber bleibt aufgefordert, ein Gesetz zur Sicherstellung von Dienstleistungen für die Allgemeinheit zu erlassen.

Neues S-Bahnkundenzentrum am Hauptbahnhof

Die S-Bahn München eröffnete zusammen mit ihrem Partner DB Vertrieb am Donnerstag, 14. Januar 2016, am Münchner Hauptbahnhof ein neues modernes Kundencenter. Es befindet sich im S-Bahn-Zwischengeschoss unter der Arnulfstraße am Schnittpunkt zwischen dem Zugang zur unterirdischen S-Bahnstation und dem Treppenaufgang in die Gleishalle des Hauptbahnhofes. Es liegt damit dicht am Laufweg der meisten S-Bahn-Pendler. Von der Aktion Münchner Fahrgäste freute sich Martin Marino: „Prima, dass es nun an dieser Stelle auch eine persönliche Beratung gibt und nicht nur Automaten.“

Das S-Bahn Kundencenter präsentiert sich modern, hell und offen. Neueste Technik mit einer Mediawand, kostenlosem WLAN und LED Beleuchtung erwarten die Besucher. Fünf teilweise nach außen gerichtete Bildschirme informieren z.B. über den aktuellen Betriebsablauf und Angebote rund um die S-Bahn. Zuginformationen in Echtzeit runden insbesondere im Störungsfall das Angebot ab.

 Drei offen angelegte Beraterplätze ermöglichen Gespräche in angenehmer Atmosphäre. Ein Beraterplatz ist barrierefrei ausgestattet mit einem absenkbaren Counter, z.B. für Rollstuhlfahrer und einer induktiven Hörschleife für Hörgeschädigte. Taktile Leitstreifen führen Sehgeschädigte zu diesem Beratungsplatz in einer abgetrennten Räumlichkeit, die auch für Kunden mit erhöhtem Beratungsbedarf gedacht ist. Das Kundencenter ist bequem durch Aufzüge und Rolltreppen in unmittelbarer Nähe zu erreichen.

Das Fachpersonal von DB Vertrieb gibt gerne Auskünfte rund um das Fahrplan- und Tarifangebot von S-Bahnen, U-Bahnen, Trambahnen und Bussen. Es verkauft das gesamte Ticketsortiment des MVV und berät auch über touristische Leistungen wie z.B. die City Tour Card.

Vier Fahrkartenautomaten stehen zur Selbstbedienung zur Verfügung. Sie sind mit einem sogenannten Banknotenrecycler ausgestattet, der auch größere Geldscheine wechselt.

Das S-Bahn Kundencenter ist montags bis freitags von 7 – 20 Uhr sowie an Samstagen, Sonn- und Feiertagen von 9 – 18 Uhr geöffnet. Das neue Kundencenter löst das bisher übergangsweise in der Haupthalle untergebrachte Kundencenter ab.

Paris rüstet U-Bahnlinie 4 für vollautomatischen Betrieb aus

Siemens hat von den Pariser Verkehrsbetrieben (Régie Autonome des Transports Parisiens, RATP) den Auftrag erhalten, die 27 Stationen umfassende Linie 4 signal- und betriebsleittechnisch für einen vollautomatischen Betrieb umzurüsten. Damit soll die Kapazität der Linie um bis zu 20 Prozent gesteigert werden, weil Züge dann enger hintereinander fahren können.

„Siemens hat rund 300 Streckenkilometer in aller Welt mit Signaltechnik für den fahrerlosen Betrieb ausgerüstet und ist damit Marktführer für diese Technologie. Bei der Linie 4 ermöglicht der automatische Betrieb eine Taktdichte von 85 Sekunden. Gleichzeitig verringert die automatische Steuerung den Energieverbrauch um bis zu 15 Prozent“, sagt Jochen Eickholt, Chef der Bahnsparte von Siemens. Das Auftragsvolumen beläuft sich auf rund 70 Millionen Euro. Die Arbeiten an der Strecke sollen bis 2022 abgeschlossen sein.

Für die Aufrüstung der zwölf Kilometer langen Linie 4 setzt Siemens das automatische Zugsicherungssystem Trainguard MT ein, das mittels Funktechnologie einen vollautomatischen Betrieb ermöglicht. Die Zugbewegungen werden von der Streckenleitstelle gesteuert, die ebenfalls von Siemens geliefert wird. Für zusätzliche Sicherheit an allen 27 Stationen sorgen spezielle Türen an den Bahnsteigen. Die Linie 4 der Pariser Metro ist mit rund 700.000 Fahrgästen täglich eine der am stärksten genutzten Strecken des gesamten Pariser Nahverkehrsnetzes. Es ist die wichtigste Nord-Süd-Verbindung der Stadt: Sie verbindet die Stationen Porte de Clignancourt im Norden und Bagneux im südlichen Teil der Stadt. Auf ihrem Weg durch die Hauptstadt hält sie an drei der wichtigsten Fernbahnhöfe und bietet zudem, als einzige Linie, Umsteigemöglichkeiten zu allen anderen 16 Metro- und Vorortbahnen.

Neben der Linie 4 hat Siemens in Paris sowohl die Linie 14 als auch die Linie 1 für den fahrerlosen Betrieb ausgerüstet. Die Metrolinie 1 der französischen Hauptstadt ist die traditionsreichste und zugleich am stärksten frequentierte Linie. Sie verbindet auf rund 17 Kilometern den Osten und Westen der Stadt. Auch für die Pariser Linien 3, 5 und 9 lieferte Siemens wesentliche Komponenten und Systeme für das Signalsystem