MVV Tarif 1999

Aktuelle Informationen für Presse und Rundfunk 21.03.1999 (05/1999)

Für Rückfragen steht Ihnen zur Verfügung:
Andreas Nagel, Freischützstraße 110, 81927 München, (0172) 8342157, nagel@fahrgaeste.de

Ab 30. Mai 1999 gelten neue Tarife beim MVV. Einzelfahrscheine, Streifenkarten und Tageskarten werden teurer. Aber es lohnt sich noch mehr zum Stammkunden zu werden, denn der Geltungsbereich der Zeitkarten wird wesentlich erweitert und die Preise werden teilweise sogar gesenkt. Und endlich fahren die Zamperl kostenlos mit.

Wenn die Verantwortlichen des MVV heute voller Stolz die neuen Tarife präsentieren, so darf nicht vergessen werden, daß diese ‚Tarifreform‘ nur der erste Schritt sein kann. Genügend oft wurde auf die Ungerechtigkeiten im Bartarif hingewiesen und es ist ja wirklich nicht einsehbar, daß sich der Fahrpreis an der Grenze des Innenraums plötzlich verdoppelt. Hier muß bei der nächsten Tariferhöhung endlich wieder mehr Gerechtigkeit geschaffen werden.

Der Ansatz, die Preise teilweise drastisch für die Zeitkartenbenutzer zu senken ist begrüßenswert. Hoffentlich wurde richtig gerechnet und es fehlt im Herbst nicht plötzlich Geld in der Kasse, das für die Aufrechterhaltung des bestehenden Angebots notwendig ist. Eine billige Monatskarte nützt nichts, wenn in den Abendstunden kein Bus mehr fährt oder der U-Bahn-Takt ausgedünnt werden muß.

Der neue Name ‚Isarcard‘ zeigt das ganze Dilemma des öffentlichen Marketings. Jahre zuspät findet man für viel Geld einen Namen für den die deutsche Sprache nicht mehr ausreicht. Natürlich ist der Begriff ‚MVV-Monatskarte‘ nicht besonders umwerfend, aber er trifft die Sache doch ziemlich genau. Aber im Vergleich zu den Alternativen ‚Jollycard‘ oder ‚Colibri‘ ist Isarcard noch das kleinste Übel. Hoffentlich weiß jeder Verkäufer welche Taste er für Isarcard-weekly oder monthly drücken muß.

Die Übertragbarkeit der Zeitkarten ist ein wertvoller Gewinn. Die Beibehaltung der persönlichen Karte aber auch. Wir haben uns massiv für die persönliche Karte eingesetzt (denn die kann man auch mal vergessen ohne zum Schwarzfahrer zu werden). Schade, daß es die persönliche Karte nur noch im Abo gibt. Die Abstimmung der Abo-Fahrgäste hat aber unsere Ansicht bisher voll bestätigt.

Ein herzliches Dankeschön auch an den Stadtrat Fricke: Er hat gefragt, ob ein mitgeführtes Schaf tariflich ein Hund ist und bezahlen muß, oder eine Katze die kostenlos mitfährt. Das brachte die Tarifverantwortlichen so ins Grübeln, daß jetzt auch ein Hund kostenlos mitfahren darf.

Mit freundlichem Gruß
Andreas Nagel

1001 Tage Tram 17

Aktuelle Informationen für Presse und Rundfunk 25.02.1999 (04/1999)

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Andreas Nagel, Freischützstraße 110, 81927 München, (0172) 8342157, nagel@fahrgaeste.de

Am Samstag, den 27. Februar 1999 gibt es in München wieder etwas zu feiern! Die Tram 17 fährt seit ihrer Wiedereröffnug am 1. Juni 1996 genau 1001 Tage. Deshalb wird eine Trambahnwagen der Bauart R zwischen Hauptbahnhof Nord und Romanplatz pendeln. Die erste Fahrt beginnt um 10:01 Uhr ab Hauptbahnhof Nord Richtung Romanplatz. Der Trambahnzug verkehrt alle 60 Minuten. Letzte Abfahrt ist um 14:01 Uhr.

Organisiert und durchgeführt werden die Fahrten ‚1001 Tage Tram 17‘ von der Aktion Münchner Fahrgäste gemeinsam mit den SWM-Verkehrsbetrieben.

Im Trambahnwagen werden Information und eine kleine Brotzeit angeboten.

Alle Fahrten sind kostenlos!

Mit freundlichem Gruß
Andreas Nagel

Trambahn muß weiß-blau bleiben!

Aktuelle Informationen für Presse und Rundfunk 16.02.1999 (03/1999)

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Andreas Nagel, Freischützstraße 110, 81927 München, (0172) 8342157, nagel@fahrgaeste.de

Nein – es ist kein Faschingsscherz: Es gibt ernsthafte Überlegungen im Hause der SWM-Verkehrsbetriebe, das traditionelle weiß-blau der Münchner Trambahn durch neue Farbtöne zu ersetzen. Silbern und hellblau sollen die neuen vierteiligen Züge werden. Bei der Vorstellung des neuen U-Bahnzuges konnte man sich schon einen Eindruck davon verschaffen. Zugegeben, es gibt viele schöne Farbtöne und leider immer wieder die Verlockung an Nebenschauplätzen viel Energie zu verschwenden. Aber wir wollen die traditionelle Farbgebung, die seit dem 21. Oktober 1876 angewandt wird behalten. Weil es keinen vernünftigen Grund gibt, daran etwas zu ändern. Vor Jahren wurde das Münchner Blau durch einen ähnlichen Farbton aus der RAL-Skala ersetzt, was natürlich aus wirtschaftlichen Gründen nachvollziehbar ist.)

Weiß-blau drückt ein Stück vom Münchner Lebensgefühl aus. Gerade bei so langlebigen Fahrzeugen wie U-Bahn oder Trambahn sollte man von modischen Trends absehen. Da hilft es auch nichts, wenn im Namen der silbernen Farbe das Wort ‚weiß‘ enthalten ist. Wir haben schon viele Beschwerden über die Unzulänglichkeiten der MW-Verkehrsmittel erhalten – aber über die bisherige Farbgebung hat sich noch kein einziger Fahrgast aufgeregt.

Mit freundlichem Gruß
Andreas Nagel

Fahrschein nicht vergessen!

Aktuelle Informationen für Presse und Rundfunk 14.02.1999 (02/1999)

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Andreas Nagel, Freischützstraße 110, 81927 München, (0172) 8342157, nagel@fahrgaeste.de

Letzte Nacht in der MVV-Nachtlinie: Fahrscheinkontrolle. Erstaunlich viele Mitfahrgäste hatten keinen Fahrschein. Teilweise gutgelaunt bezahlten sie das ‚erhöhte Beförderungsentgelt‘ von 60 Mark.

Wir finden es richtig, daß die MVV-Verkehrsunternehmen auch unter erschwerten Bedingungen Fahrscheinkontrollen durchführen. Sonst wären auch hier die Ehrlichen die Dummen. Wir möchten aber an alle Nachtschwärmer appellieren, den Fahrschein nicht zu vergessen, da es schon zu einer ordentlichen Katerstimmung am Morgen kommt, wenn die Heimreise für ein Faschingspaar über hundert Mark gekostet hat. Übrigens, die MVV-Tageskarte gilt sogar bis morgens früh um sechs. (Aber halt auch nicht länger!)

Mit freundlichem Gruß
Andreas Nagel

Ökosteuer darf nicht zum Kahlschlag bei Bus und Bahn führen

Aktuelle Informationen für Presse und Rundfunk 17.01.1999 (01/1999)

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Andreas Nagel, Freischützstraße 110, 81927 München, (0172) 8342157, nagel@fahrgaeste.de

Nach Berechnungen der SWM-Verkehrsbetriebe müssen für die erhöhte Mineralölsteuer 0,7 Mio. Mark, für die Stromsteuer 5,4 Mio. Mark aufgewendet werden. Gespart wird bei den Lohnnebenkosten lediglich ein Betrag von 1,1 Mio. Mark. Also muß der Fahrpreis angehoben oder Fahrten eingespart werden. Beides kann den Fahrgästen insbesondere kurzfristig, also bevor irgendwelche Ausgleichsmaßnahmen greifen, nicht zugemutet werden.

In den nächsten Tagen werden nochmals die Sachverständigen vom Deutschen Bundestag angehört. Dabei muß eine gerechte und praktikable Lösung für die Fahrgäste gefunden werden. Es ist falsch, den umweltgerechten und besonders attraktiven Schienenverkehr, der elektrisch betrieben wird, derart überproportional zu besteuern, während das Thema Steuer für Flugbenzin nicht angegangen wird.

So stellen wir uns Politik jedenfalls nicht vor, daß Steuervorhaben angekündigt werden, dann eine starke Lobby der Energieverschwender eine Übergangslösung herausschlägt – und die Fahrgäste weiter benachteiligt werden.

Wir fordern einen Verzicht auf die zusätzliche Besteuerung von Bus und Bahn!

Mit freundlichem Gruß
Andreas Nagel