Lahme Busbeschleunigung

Aktuelle Informationen für Presse und Rundfunk 19.07.2005 (06/2005)

Für Rückfragen steht Ihnen zur Verfügung:
Andreas Nagel, Freischützstraße 110, 81927 München, (0172) 8342157, nagel@fahrgaeste.de

Es gibt in München über 60 Buslinien der städtischen Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG). Nun sollen davon bis zu zwölf (12!) innerhalb der nächsten zehn Jahre beschleunigt werden. Das heißt, daß sie an Ampelkreuzungen entsprechend berücksichtigt werden sollen. Ein absoluter Vorrang ist schon von vornherein nicht geplant. Also dauert es nur noch 50 Jahre, bis alle Linien in München beschleunigt sind. Eine tolle Leistung. Besonders wenn man bedenkt, wieviele Jahrzehnte schon von dieser Beschleunigung gesprochen wird. Und wenn man sich die bereits beschleunigten Trambahhnlinien anschaut, so stellt man fest, daß die Beschleunigung schon wieder viel von ihrem einstigen Wert verloren hat.

Die Mutlosigkeit der Stadträte ist wirklich bedauerlich. Denn die Beschleunigung dient nicht nur dem eiligen Fahrgast, der ja mindestens schon einmal 10 oder 20 Minuten auf den Anschluß gewartet hat, sondern sie spart eigentlich richtig Geld. Wäre die Stadt ein guter Kaufmann, so würde sie mehr in das Projekt Busbeschleunigung investieren, damit die Busse Fahrgäste befördern und nicht vor roten Ampeln warten.

Vielleicht werden ja gar nicht alle Buslinien beschleunigt, dann dauert es vielleicht nur noch vierzig oder gar nur dreißig Jahre. Ganz, ganz toll.

Trambahnmuseum München

Aktuelle Informationen für Presse und Rundfunk 31.03.2005 (05/2005)

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Natürlich ist es erfreulich, wenn München nach jahrzehntelangem Gezänk endlich ein Trambahnmuseum erhalten soll. Leider muß die Frage gestellt werden, ob es denn ein MVG-Museum sein muß. Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) soll ja einen wirtschaftlichen Betrieb von U-Bahn, Trambahn und Bus durchführen, der über die Tarifeinnahmen finanziert wird. Und da stellt sich angesichts der Tariferhöhung am 1. April 2005 schon die Frage, ob nicht alle Münchner Bürger mit ihren Steuern für das Trambahnmuseum aufkommen sollten. Denn die private Konkurrenz, die immer im Zusammenhang mit Leistungskürzungen genannt wird, finanziert sicher kein Museum.

Fraglich ist auch, ob das gesamte Potential der ehrenamtlichen Kräfte konsequent genutzt wird. Beispiele in Deutschland und der Schweiz zeigen, daß Museumsbetriebe durchaus mit ehrenamtlichen Kräften geführt werden können.

Wir begrüßen ein Museum, das die Fahrzeuge der Linienverkehrsmittel bewahrt, auch wenn wir uns eine breitere Finanzierungsbasis wünschen. Dabei ist auch klar, daß alle, also alle bisher erhaltenen Fahrzeuge weiter witterungsgeschützt abgestellt werden müssen. Die Exponate einer Ausstellung können natürlich wechseln. Dieser Hinweis ist wichtig, da die bisherige Heimat der Fahrzeuge, der Bahnhof 3 an der Westendstraße abgerissen werden soll. Dort wäre ein besserer Platz für das Trambahnmuseum gewesen, der auch ein Kommunalmuseum mit Feuerwehren und anderen städtischen Fahrzeugen hätte beherbergen können.

Mit alten Fahrkarten sparen

Aktuelle Informationen für Presse und Rundfunk 29.03.2005 (04/2005)

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Ab kommenden Freitag, 1. April 2005, gilt beim MVV ein neuer Tarif: Die Preise werden erhöht. Wer die Tariferhöhung noch ein bißchen hinausschieben will, sollte sich jetzt noch schnell mit MVV-Streifenkarten eindecken. Bis Donnerstag kosten 10 Streifen 9,50 Euro, danach 10 Euro. Mit den billigen Streifenkarten kann dann noch bis zum 30. Juni 2005 gefahren werden.

Nicht genutzte alte Fahrkarten können bis 30. Juni 2005 gegen eine Bearbeitungsgebühr von 2 Euro beim MVV-Kundencenter Poccistraße sowie in der Zeitkartenstelle im Hauptbahnhof zurückgegeben werden. Ebenfalls ist die Abgabe auch an allen Fahrkartenschaltern an S-Bahnhöfen möglich.

Fahrkarten, deren Preis nicht erhöht wurde (Single- und Partnertageskarten Innenraum, Außenraum und Gesamtnetz, sowie Fahrradtageskarten), können weiterhin genutzt werden.

Das Ungültigwerden von Fahrkarten ist ein altes Ärgernis beim MVV. Es führt bei vielen Fahrgästen zur Verwirrung. Auch scheint uns, daß sich der MVV ungerechtfertigt an nicht benutzten Fahrkarten bereichert. Wir fordern eine Mindesthaltbarkeit von 5 Jahren, die auch auf den Fahrkarten aufgedruckt wird – oder noch besser natürlich eine unbegrenzte Gültigkeitsdauer.

Leider wurde trotz der Tariferhöhung auch das Angebot zum letzten Fahrplanwechsel im Dezember kräftig gekürzt. Beispiele sind die Tram 15/25 und das neue Busnetz. Dies bedauern wir sehr, auch im Zusammenhang mit der ‚Feinstaub‘-Diskussion.

MVG-Leitstelle verdient Lob für Fundsachensuche

Aktuelle Informationen für Presse und Rundfunk 19.02.2005 (03/2005)

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Die Liste der Unzulänglichkeiten der MVV-Verkehrsmittel ist lang. Schlechte Anschlüsse, vermeidbare Verspätungen, lange Taktzeiten, sich vor der Nase schließende Türen, unzulängliche Informationen und so weiter und so weiter.

Da freuen wir uns, wenn wir auch einmal ein richtiges Lob aussprechen können, denn auch eine gute Nachricht sollte einen gewissen Nachrichtenwert besitzen.

Gestern war sicher ein Tag, an dem es in der MVG-Leitstelle, von dort wird der Einsatz der U-Bahnen, Busse und Trambahnen überwacht und gesteuert, nicht langweilig und geruhsam zuging. Und mitten bei der Behebung einer Störung auf der Tram 20 mußte auch noch eine Fundsache gesucht werden. – Der Disponent in der Leitstelle nahm sich aber die Zeit, suchte Wagen- und Kursnummer heraus, benachrichtigte die Fahrer – und die Tüte in der sich auch das Abendessen befand war nach einer guten Stunde wieder im Besitz der Eigentümerin.

Sicherlich wird es sich nicht immer so glücklich fügen – aber wir freuen uns auch einmal über kleine Ereignisse, die den MVV ein bißchen sympathisch machen. Danke!.

Die großen MVV-Schnellbahnnetzpläne fehlen!

Aktuelle Informationen für Presse und Rundfunk 24.01.2005 (02/2005)

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Nur gähnende Leere kann man zur Zeit in manchen U-Bahnhöfen an den Stellen erkennen, an denen früher die großformatigen, schematischen Schnellbahnnetzpläne angebracht waren. Wenn man anfänglich glaubte, daß diese nur erneuert werden sollen, so unterlag man einem Irrtum. Aus den immer wieder angeführten Kostengründen sollen diese wichtigen Informations- und Imageträger fast völlig aus dem Untergrund verschwinden.

Natürlich gibt es auch wieder einmal unterschiedliche Ansichten zwischen dem MVV und der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG).

Wir sehen in diesen großen Netzplänen ein unverzichtbares Informationsmittel, das in jeden U-Bahnhof gehört. Wie beliebt diese Pläne sind zeigt sich auch daran, daß es Postkarten, Tragetaschen und T-Shirts davon gibt. Sie symbolisieren einfach auch den immer weiter in den Hintergrund gedrängten Verbund-Gedanken: Das einheitliche Netz aus S-Bahn und U-Bahn.

Ein Fall von besonderer Geldverschwendung war die Ausstattung des neuen U-Bahnhofes ‚Olympia-Einkaufszentrum‘ mit einem Plan, der wenige Tage später überholt war – und jetzt wieder entfernt wurde.

Wir setzen uns für den Verbleib der Großpläne in allen Schnellbahnhöfen ein.