Planungen zum MVG-Leistungsprogramm 2017 sind völlig unzureichend

Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) hat erste Überlegungen zum Leistungsprogramm 2017 vorgestellt. Diese sind aus Sicht des Fahrgastverbandes völlig unzureichend.

‚Steigende Fahrgastzahlen und die hohen Fahrgeldeinnahmen sind zwingende Gründe, das Leistungsangebot bei Bussen und Bahnen in München wirklich zu verbessern‘, sagt Andreas Nagel, Sprecher der Aktion Münchner Fahrgäste. ‚Wir können uns nicht mit Krümelchen abspeisen lassen.‘

Ein grober Fehler wäre es schon, die neue Trambahnlinie nach Zamdorf, die zum S-Bahnhof Berg am Laim führt, nicht in die Innenstadt zu führen, sondern nach Grünwald. Auch müssen bei der U-Bahn alte Fehler wieder rückgängig gemacht werden. Der 10-Minuten-Takt von Betriebsbeginn bis zum Betriebsschluß muß wieder eingeführt werden. Auch die Trambahnlinie 17 nach Giesing braucht dringend Verstärkung.

Der Münchner Stadtrat ist aufgefordert, bis zur Entscheidung im Sommer, kräftig in den Ausbau der MVV-Verkehrsmittel zu investieren.

100 Tage Stadtbus auf der früheren Linie 50

Seit dem 14. Dezemer 2015 wird die ehemalige Strecke der Münchner Metrobuslinie 50 wieder bedient. Dafür mußten sich die örtliche Bürgerinitiative und der Fahrgastverband jahrelang einsetzen. Nun sind seit 100 Tagen mehr als Tausend Bürger in Moosach wieder vernünftig an das Liniennetz des Münchner Verkehrs- und Tarifverbundes angeschlossen. Die Fahrten der ’neuen‘ Buslinie 163 werden sehr gut angenommen. Erste Zählungen haben erfreuliche Zahlen zwischen dem Olympia-Einkaufszentrum und Moosach ergeben,ergeben, die im hohen dreistelligen Bereich liegen.

‚Die Entscheidung des Münchner Stadtrates, diese wichtige Verbindung wieder einzuführen war vollkommen richtig‘, sagt Andrea Nagel von der Aktion Münchner Fahrgäste. ‚Zwar ist die alte Angebotsqualität der Metrobuslinie nicht erreicht, aber die Streckenführung ist so geschickt gewählt worden, daß auch zahlreiche neue Dirketverbindungen entstanden sind. Das Gebiet wird nun wesentlich besser erschlossen als mit den untauglichen Zwischenlösungen, die nur Geld gekostet haben, aber nutzlos für die Mehrheit der Fahrgäste waren.‘

Bürgermeister Josef Schmid hatte sich persönlich für die neue Linie eingesetzt, nachdem er im Kommunalwahlkampf selbst einen Tel der Strecke zu Fuß zurückgelegt hatte und von der Notwendigkeit einer Busverbindung überzeugt war.

Ärgerlich ist aber immer noch, daß der andere Endpunkt in Allach nicht angefahren werden kann. Hier schwelt noch ein Streit über die Nutzung einer Privatstraße von Krauss-Maffei. Auch muß der Betrieb an Sonn- und Feiertagen aufgenommen werden, denn auch da wollen die Bürger in Moosach mobil sein.

Ein Mercedes-Citaro-Gelenkbus mit „Booster“ im Testbetrieb

Vom 17. März bis zum 7. April testet die MVG einen Mercedes-Citaro-Gelenkbus mit „Booster“ auf der Linie 52. Wir hatten heute die Gelegenheit, mit dem Bus zu fahren und konnten keinen Unterschied zu normalen Gelenkbussen feststellen. Wenn er seine Versprechen bzgl. Sprit-Einsparung wahrmacht, könnten wir ihn uns also gut in München vorstellen.

Zur MVG-Pressemitteilung

 

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Münchner Stadtrat beschließt einstimmig den Ausbau der Trambahn

Am 13. März 1991 hat der Münchner Stadtrat einstimmig den Ausbau der Münchner Trambahn beschlossen. Dies ist nun 25 Jahre her. Eigentlich eine lange Zeit um die damals beschlossenen Projekte zu realisieren und in Betrieb zu nehmen. Aber leider wird heute immer noch über die Trambahn-Westtangente diskutiert und der Widerstand der Verwaltung des englischen Gartens gegen die Nordtangente war bisher auch erfolgreich, obwohl es zwischenzeitlich schon Zusagen der Bayerischen Staatsregierung gab. Die Osttangente wurde gebaut – und wird sehr erfolgreich von den Linien 15 und 25 befahren. Der vorhergesagte verkehrliche ‚Weltuntergang‘ am Ostfriedhof ist ausgeblieben. Die Strecke der Trambahnlinie 17 wird im 5-Minuten-Takt befahren und teilweise mit den größten Zügen, die München besitzt.

‚Ein solches Datum schmerzt die Fahrgäste unerträglich. Die Trambahn ist ein leistungsfähiges Verkehrsmittel, das sehr kostengünstig und schnell realisiert werden kann‘, sagt Andreas Nagel, Sprecher der Aktion Münchner Fahrgäste. ‚Der Bürgerentscheid in Erlangen hat deutlich gezeigt, daß 60 Prozent der Bürger lieber eine Straßenbahn wollen als den Bus. Dies gilt sicher auch für München.‘

Die Politiker aller Ebenen müssen sich in München auf realisierbare Projekte verständigen, die dann auch umgesetzt werden. Die Verkehrs- und Infrastrukturunternehmen müssen wieder lernen, Projekte schnell und kostengünstig umzusetzen. Dabei muß auch in die bestehenden Tunnel investiert werden: Gleisbettüberwachung, automatischer Fahrbetrieb und der Übergang zum Regionalzughalt Poccistraße sind dabei aktuelle Themen.

‚Der Ausbau der Münchner Trambahn muß nun von allen Seiten voran getrieben werden. Es dürfen nicht noch einmal 25 Jahre vergehen, bis der einstimmige Stadtratsbeschluß zum Ausbau der Trambahn von 1991 umgesetzt ist‘, fordert Nagel.

MVV will modernstes Tarifsystem Europas

Bis Ende des Jahres sollen dem MVV drei Vorschläge vorgelegt werden, um das Tarifsystem zum modernsten Europas zu machen. Denkbar wären zum Beispiel eine kilometer- und centgenaue Abrechnung von Fahrten, ein vergünstigter Tagesrandlage-Tarif und die Einführung eines Sozial- und Jugendtickets. Fest steht auf jeden Fall schon, dass das Tarifsystem vereinfacht werden soll – eine Überlegung, die wir sehr begrüßen.

Zum Artikel im Merkur