Fahrgäste müssen auf Notprogramm umschalten

Aktuelle Informationen für Presse und Rundfunk 11.10.2007 (23/2007)

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Andreas Nagel, Freischützstraße 110, 81927 München, (0172) 8342157, nagel@fahrgaeste.de

Eine unangenehme Überraschung ist die Streikankündigung für morgen, Freitag, 12. Oktober 2007, durch die Gewerkschaft Deutscher Lokführer. Wir alle hatten eigentlich große Hoffnungen in das Treffen der Beteiligten auf Einladung des Aufsichtratsvorsitzenden der Deutschen Bahn gesetzt. Vielleicht ist es ja nur ein Säbelrasseln, dennoch schafft es sicher keine angenehme Verhandlungsatmosphere.

Notfalls müssen jetzt die Fahrgäste auf ein ‚Notprogramm‘ umschalten. Dabei kann die elektronische Fahrplanauskunft des MVV oder von www.fahrgaeste.de weiterhelfen. Auf der Startseite von www.mvv-muenchen.de muß man rechts auf ‚Erweiterte Optionen‘ klicken. Dann öffnet sich das Abfragefenster und man kann bei den Verkehrsmitteln auf Zug und S-Bahn verzichten. Das System liefert dann Verbindungen, die einem normalerweise nicht so geläufig sind. Beispielsweise vom Hauptbahnhof nach Pasing kann man auch mit der U5 bis Laimer Platz und weiter mit dem Metrobus 57 fahren. Auf www.fahrgaeste.de nennt sich der Punkt ‚Einstellungen ÖV‘.

‚Offline‘ gibt es den Ratschlag sich den MVV-Schnellbahnplan mitzunehmen – und damit alternative Verbindungen zu suchen. So ist es sicherlich ratsam, mit der U-Bahn möglichst zum Ostbahnhof, nach Giesing oder Feldmoching zu fahren.

Manche Trambahn- oder Buslinie bietet eine Alternative zum S-Bahnnetz. So läßt sich der Bahnhof Johanneskirchen auch mit der U6 und dem Metrobus 50 erreichen. Der Verkehrslinienplan des MVV leistet bei der Routensuche eine sehr gute Hilfe. Und wenn man für die ‚letzte Meile‘ die eigenen Füße oder das Taxi benutzt ist es sicherlich sinnvoll möglichst weit mit anderen Linienverkehrsmitteln zu fahren.

Wir hoffen dennoch, daß es bei dem Zusammentreffen der Tarifparteien zu einem Lösungsansatz kommt, der einen Verzicht auf den Streik ermöglicht. Denn er schadet allen. Zuerst den Fahrgästen, dann der Bahn und der Wirtschaft – und zum Schluß auch den Lokführern!

Münchner Trambahn braucht wieder Reservezüge

Aktuelle Informationen für Presse und Rundfunk 10.10.2007 (22/2007)

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– MVG kann wegen Fahrzeugknappheit auf Bahnstreik nicht ausreichend reagieren

– Flexible Einsatzzüge müssen für Notfälle ausreichend verfügbar sein

Um den Fahrgästen beim drohenden Bahnstreik am Donnerstag eine Alternativroute zur möglicherweise stillstehenden S-Bahn-Stammstrecke anzubieten, will die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) auf der Trambahnlinie 19 lediglich größere Trambahnzüge einsetzen. Die Aktion Münchner Fahrgäste begrüßt es, dass sich die MVV-Verkehrsunternehmen gegenseitig aushelfen. Bei einem Bahnstreik wäre auf der Tram 19 jedoch weitaus größere Verstärkung nötig. ‚Es müsste mindestens ein 5-Minuten-Takt mit weiteren Einsatzzügen gefahren werden, der jetzige Plan der MVG mit lediglich größeren Zügen im normalen Fahrplantakt reicht bei weitem nicht aus‘, so Stefan Hofmeir von der Aktion Münchner Fahrgäste. ‚So werden sich die Fahrgäste bereits in Pasing wieder um die letzten Stehplätze streiten.‘

Die Aktion Münchner Fahrgäste fordert MVG und die Landeshauptstadt München auf, wieder ausreichend Trambahnzüge anzuschaffen. Bereits beim kleinsten Problem reicht der aktuelle Zugbestand nicht aus und es muss ein Ersatzbus auf den Weg geschickt werden. ‚Früher gab es ausreichend Reservezüge (und Fahrer), mit denen man flexibel die Linien verstärkt hatte‘, so Hofmeir weiter. ‚Die Kosten für die zusätzlichen Fahrzeuge werden auch gerne von den Fahrgästen getragen, denn ein qualitativ hochwertiges und stabiles Angebot, das nicht bei der kleinsten Störung zusammenbricht, ist sehr wertvoll.‘

Mehr billige Fahrkarten für Hilfsbedürftige

Nach dem Sozialausschuss hat auch die Vollversammlung des Stadtrates die Aufstockung der verbilligten MVV-Fahrscheine für Hilfeberechtigte beschlossen. Ab sofort haben Münchnerinnen und Münchner, die Arbeitslosengeld II, Grundsicherung oder Leistungen nach dem Asylbewerber-Leistungs-Gesetz bekommen, Anspruch auf bis zu 15 statt bisher zehn verbilligte Tageskarten im Monat.

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Rettet die Eisenbahn!

Aktuelle Informationen für Presse und Rundfunk 09.10.2007 (21/2007)

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Unglaublich, welche Überlegungen im Hause von Verkehrsminister Tiefensee angestellt werden! Da soll es keine Bahnhöfe mehr geben, die von weniger als einhundert Fahrgästen am Tag genutzt werden und für den barrierefreien Ausbau soll es noch weniger Geld geben. Diese Gedanken entlarven das Gerede der Politiker vom Klimaschutz und der Verlagerung von Verkehr auf die umweltfreundliche Schiene als glatte Lügen.

Wir, die Aktion Münchner Fahrgäste, begrüßen die klaren Worte, die der Bayerische Verkehrsminister Huber dazu gefunden hat: ‚Das ist mit uns nicht zu machen. Wir werden es nicht akzeptieren, daß durch Finanzsperren Bahnhöfe oder Strecken in der Fläche zwangsweise stillgelegt werden müssen.‘

Es gibt genügend Beispiele, die beweisen, daß es möglich ist aus 100 Fahrgästen auch 200 und mehr zu machen. Das Vorbild von den Verkehrsbetrieben in Karlsruhe ist legendär. Und auch die Bayerische Oberlandbahn gehört zu den Vorbildern bei der Gewinnung von neuen Fahrgästen. Manche Bahn fährt sehr erfolgreich auch außerhalb der Ballungsräume. Die Pflicht des Staates ist es, für alle Bürger eine vernünftige Daseinsvorsorge zu betreiben.

In Bayern fahren 40 Prozent mehr Züge als vor zehn Jahren und 51 Prozent mehr Fahrgäste. Dies ist der Erfolg einer vernünftigen Verkehrspolitik, die durch engagierte Fahrgastvertreter angespornt worden ist.

Wir fordern Verkehrsminister Tiefensee auf, endlich umzudenken und sich wirklich nachhaltig für einen Erfolg der umweltschonenden schienengebundenen Verkehrsmittel einzusetzen!

S-Bahn-Chaos perfekt

Aktuelle Informationen für Presse und Rundfunk 05.10.2007 (20/2007)

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Heute, am 5. Oktober 2007, dem Tag mit dem angekündigten Streik der Lokführer ist das Chaos bei der S-Bahn München perfekt. Eigentlich sollte nach einem Notfahrplan mit den verbeamteten Lokführern gefahren werden. Aber gegen 07:40 Uhr trat eine Betriebsstörung durch Personen im Gleis auf, die einen Pendelverkehr auf der Stammstrecke notwendig machte.

Um 08:28 Uhr kam dann der Streik zur Wirkung und es gab keinen Verkehr mehr auf der Stammstrecke.

Die Informationen für die Fahrgäste waren äußerst schlecht – und von den 1000 zusätzlichen Mitarbeitern der Bahn konnte am Hauptbahnhof keiner im Bereich der S-Bahn ausgemacht werden.

Zwar bemühte sich das Personal mit großem Einsatz um die Fahrgäste, war aber nicht ausreichend für diese Aufgabe qualifiziert. So wurden Fahrgäste der S7 nach Wolfratshausen zum Umsteigen nach Pasing geschickt. Erst auf Rückfrage ergab sich dann, daß die Züge ab Heimeranplatz verkehren. Auch Richtung Petershausen wurde man nach Pasing geschickt, allerdings ohne den Zusatz, daß man bis Laim zurückfahren muß. Die Frage nach der Fahrmöglichkeit nach Obermenzing wurde mit „Wo ist denn Obermenzing?‘ beantwortet.

Grundsätzlich war bei vielen Fahrgästen noch Verständnis für den Streik zu spüren. Allerdings im Verlauf der Behinderungen mit abnehmender Tendenz.

Wir, die Aktion Münchner Fahrgäste, fordern:

1. Schluß mit dem Streik: Es muß jetzt am Verhandlungstisch eine Lösung gefunden werden. Es ist nun mehrfach bewiesen, daß der Streik der Lokführer zur schwerwiegenden Auswirkungen führt. Hier ist auch die Politik gefragt. Es ist der derzeitige politische Wille, daß Lokführer keine Beamte mehr sind, die ja nicht streiken dürfen. Der Bundesverkehrsminister muß sich endlich um die Eisenbahn kümmern. Er ist nicht nur als Eigentümer der Bahn verantwortlich, sondern auch als Verkehrsminister für die Daseinsvorsorge zuständig.

2. Grundlegende Verbesserung der Fahrgastinformationen: Es kann nicht sein, daß das teure elektronische Informationssystem gerade im Störfall unbrauchbar ist. Für den Regelbetrieb sind auch gedruckte Unterlagen ausreichend. Das Personal muß gute Kenntnisse über alle Verkehrsmittel in München und deren Linienverlauf haben. Auf der Stammstrecke ist auch für Hinweise in englischer Sprache zu sorgen.

3. Runder Tisch für Bayern: Wir bitten den Bayerischen Verkehrsminister, Erwin Huber, daß er zu einem Runden Tisch mit Vertretern der Gewerkschaften und der Fahrgäste einlädt. Dabei soll besprochen werden, wie die Auswirkungen abgemildert werden können. Aber auch die Verbesserung der Informationen, für die der Freistaat Bayern viel Geld ausgegeben hat, muß zum Thema gemacht werden.