Keine Winterolympiade – keine zweite Stammstrecke?

Aktuelle Informationen für Presse und Rundfunk 06.07.2011 (40/2011)

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Andreas Nagel, Freischützstraße 110, 81927 München, (0172) 8342157, nagel@fahrgaeste.de

Man mag es bedauern – oder begrüßen, daß München nicht der Austragungsort der Olympischen Winterspiele 2018. Aber die Finanzierung der zweiten Stammstrecke ist dadurch sicher nicht leichter geworden. Jedenfalls wollen und können die Fahrgäste nicht auf Winterspiele 2022 oder 2026 warten, bis es zu nachhaltigen Verbesserungen im Münchner S-Bahnsystem kommt. Wir wollen auch keine vollmundigen Presseerklärungen lesen, die irgend etwas fordern. Wir wollen fertige Pläne, Planfeststellungsbeschlüsse und einen Baubeginn im ersten Quartal 2012 sehen. Oder das Eingeständnis, daß kein Geld vorhanden ist. Auch wenn im nächsten Jahr mit dem Bau begonnen wird, so müssen unverzüglich auch zusätzliche Züge bestellt werden und dringend erforderliche Ausbaumaßnahmen im gesamten Netz erfolgen. Die Zeit der folgenlosen Versprechungen ist jetzt vorbei!

MVG-Leistungsprogramm 2012 ist ein Zeugnis fast vollständiger Beratungsresistenz

Aktuelle Informationen für Presse und Rundfunk 05.07.2011 (39/2011)

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Heute, am 5. Juli 2011 steht das MVG-Leistungsprogramm 2011 auf der Tagesordnung des zuständigen Ausschusses im Münchner Stadtrat. Die Vorlage des Referenten ist ein Zeugnis fast vollständiger Beratungsresistenz . Die Müncner Bezirksausschüsse und die Fahrgastverbände haben mit viel Aufwand Stellung zu den verschiedenen Vorhaben und zusätzlichen Erfordernissen des Linienverkehrs in München bezogen. Dies war eigentlich vergeblich. Abweichungen von den ursprünglichen Plänen sind nicht oder zumindest fast nicht zu erkennen. In den günstigsten Fällen wird eine ‚weitere Beobachtung‘ zugesichert.

Aber wir wollen uns zunächst mit den positiven Seiten der Stadtratsvorlage beschäftigen. Das Nachtliniennetz wird auf Kosten des Steuerzahlers ausgebaut. Damit wird wieder einmal die Richtigkeit der damaligen Initiative von den Stadträten Fricke (David gegen Goliath), Schosser (CSU) und Zöttl (CSU) im Jahre 1994 bestätigt. In der Nacht vom 13./14. September 1994 fuhren die ersten MVV-Nachtlinien. Heute sichern sie allen, die früh oder spät arbeiten müssen eine kostengünstige und umweltfreundliche Fahrtmöglichkeit. Und sie sichern jungen Erwachsenen, die am Nachtleben teilgenommen haben, eine Möglichkeit sicher nach Hause zu kommen.

Der unsägliche Hinke-Takt in Grünwald wird endlich wieder abgeschafft und den hohen Fahrgastzahlen auf den Linien 15/25 wird Rechnung getragen. Dort wurde zwar eine Fahrt alle 10 Minuten angeboten, aber immer zu unterschiedlichen Abfahrsminuten.

Den Fahrgästen auf der ständig überfüllten Tram 27 wird zwischen Petuelring und Sendlinger Tor ein besserer Takt angeboten. Damit wird eine langjährige Forderung unseres Fahrgastverbandes erfüllt. Allerdings wird die Linie im südlichen Teil eingestellt. Dort werden den Fahrgästen zwischen Sendlinger Tor und Schwanseestraße statt 8 Zügen nur noch 6 Züge angeboten. Dies ist in den Augen der MVG nur eine ‚leichte‘ Verschlechterung. In Wirklichkeit wird eine bewährte Verbindung aufgegeben, ein Parallelverkehr zur U-Bahn eingerichtet und den Fahrgästen in der Au und Giesing ein wesentlich schlechteres Angebot gemacht.

Den gestiegenen Fahrgastzahlen in der U-Bahn wird mit einer Angebotsverbesserung entsprochen.

Nun zum ärgerlichsten Punkt der Vorlage. Nach über einem Jahr von heftigen Protesten undvielfältigen Aktionen schlägt der Referent den Stadträten entgegen den Forderungen des Bezirksausschusses Moosach, einer Bürgerinitiative und dem Fahrgastverband keine Verbesserung für die Moosacher Bevölkerung vor. Mit der Eröffnung der U3 nach Moosach wurde nicht nur der ersetzte Metrobus 51 auf dem parallelen Abschnitt eingestellt, sondern auch noch die Metrobuslinie 50. Mit dieser wurde in der Umgebung der U-Bahn ein wichtiges und stark bewohntes Stadtquartier abgeschnitten und eine Tangentialverbindung von gesamtstädtischer Bedeutung gekappt. Zwar hat die MVG vier verschiedene Varianten geprüft. Aber es gibt keine Prognose über die erwarteten Fahrgastzahlen und den verkehrlichen Nutzen dieser Verbindung. Noch ärgerlicher ist, daß die zu diesem Thema vorgeschlagene Beschleunigung der Metrobuslinien 50 und 51 mit keinem Wort erwähnt werden. Damit wäre nämlich eine Angebotserweiterung ohne zusätzliche Betriebskosten möglich gewesen. Die völlig überflüssige Stadtbuslinie 143 zwischen Olympia-Einkaufszentrum und Amalienburgstraße wird nicht in Frage gestellt. Dort fahren tagsüber überdimensionierte Gelenkbusse und nachts ein völlig leerer Kleinbus.

Die Informationspolitik der Stadt und der MVG sind unannehmbar schlecht. Die Informationen im Internet wurden nur einen Tag vor der Entscheidung und nur auf Nachfrage bereitgestellt. Die Fahrgastzahlen fehlen, die Kosten werden nur im nichtöffentlichen Teil behandelt. Dies hat mit einer transparanten Stadtpolitik, die der Bürger verstehen und akzeptieren kann nichts zu tun.

Von einer rot-grünen Mehrheit ist eine andere Politik zu erwarten. Noch haben die Politiker die Möglichkeit zur Korrektur.

Fahrgäste verursachen keinen Verkehrsstau

Aktuelle Informationen für Presse und Rundfunk 03.07.2011 (38/2011)

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Die Landeshauptstadt München nimmt in vielen Bereichen den 1. Platz ein. Ganz neu hinzugekommen ist der Titel ‚Staustadt Nummer eins‘. Festgestellt hat dies ein Navigationsgerätehersteller. Zuerst muß man natürlich fragen, ob die Testbewerter jemals einen Stau in Madrid oder in Köln erlebt haben. Denn die Dauer der staubedingten Verzögerung kann dort ungeahnte Ausmaße annehmen. Als Fahrgastverband konzentrieren wir uns aber auf München und stellen fest, daß man durch einen attraktiven Linienverkehr sehr viel zur Entlastung der Straßen tun kann. Leider wurde uns in den vergangenen Jahren durch Streikmaßnahmen immer wieder vorgeführt, wie wichtig S-Bahn, U-Bahn, Trambahn und der Bus sind. Leider gibt es auch ein Beispiel, wie man auch mit 326 Millionen die motorisierten Verkehrsteilnehmer nicht glücklich machen kann. Der Mittlere Ring im Osten hat diese Summe verschlungen – leider Stauen sich die Fahrzeuge nun am nächsten Nadelöhr. Für dieses Geld hätte man auch 20 Kilometer Trambahnstrecke erhalten.

‚Stau auf Münchner Straßen läßt sich vermeiden, wenn man die S-Bahn so ausbaut, daß sie zuverlässiger fährt und mit neuen Trambahnstrecken die Lücken zwischen den Ästen der S- und U-Bahnlinien schließt‘, meint Andreas Nagel, Sprecher der Aktion Münchner Fahrgäste. ‚Ein attraktives Metrobusliniennetz, das wichtige Tangenten erschließt ist ebenso unverzichtbar.‘

Jeder Fahrgast, der in Bus oder Bahn sitzt, schafft auf den Straßen Platz für motorisierten Verkehr, der aber auch wirklich notwendig sein muß.

Münchner U-Bahnnetz ist nun mit Mobilfunk ausgerüstet

Das Mobilfunk-Netz in der Münchner U-Bahn ist nun endlich komplett: Im Stadtgebiet gehen zum 2. Juli 2011 weitere 20 Sende- und Empfangsanlagen mit insgesamt 125 Antennen in Betrieb. Sie decken 20 U-Bahnstationen mit knapp 15 Kilometern Tunnelstrecke ab. Die vier Netzbetreiber Vodafone, Deutsche Telekom, E-Plus und Telefónica O2 Germany schließen den ursprünglich bis Ende 2011 terminierten Ausbau damit vorzeitig ab. Die Arbeiten hatten im Mai 2009 begonnen; ein erstes „Kernnetz‘ für die Handy- und Internetnutzung im Untergrund ging am 8. September 2009 in Betrieb.

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Mobilfunknetz endlich auch in München fertiggestellt

Aktuelle Informationen für Presse und Rundfunk 01.07.2011 (37/2011)

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Am Samstag, 2. Juli 2011, gehen die Mobilfunkeinrichtungen in den letzten Münchner U-Bahnhöfen in Betrieb. Damit steht den Fahrgästen nicht nur das Mobilfunknetz zum telefonieren und surfen zur Verfügung, sondern es kann auch an jedem Ort die Polizei unter ihrer Servicenummer 110 informiert werden. Diese Möglichkeit war für den Münchner Oberbürgermeister Christian Ude ausschlaggebend, bei der Münchner Verkehrsgesellschaft ein Umdenken zu erwirken. Denn am Anfang wurde der Ausbau des Mobilfunks mit dem Hinweis auf vermeintliche Fahrgastwünsche verhindert.

‚Wir freuen uns, daß nun auch den Münchner Fahrgästen die Möglichkeit zur Nutzung von Mobilfunk in der Münchner U-Bahn gegeben wird, wie es weltweit schon Standard ist‘, sagt Andreas Nagel, Sprecher der Aktion Münchner Fahrgäste. ‚Gemeinsam mit der Polizei haben wir uns jahrelang für eine Funkversorgung im Untergrund eingesetzt. Erfreulich ist auch, daß die Fahrgäste immer mehr Rücksicht aufeinander nehmen und immer weniger Gespräche führen, die als störend empfunden werden.‘