Wenn die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) am 9. Oktober 2015 (!) die Radlsaison eröffnet, kann man nur hoffen, dass es ein kurzes Kapitel von Pleiten, Pech und Pannen beim städtischen Verkehrsunternehmen wird. Leider ist man es ja gewohnt, dass Züge nicht rechtzeitig in Betrieb genommen werden, Neubaustrecken nicht rechtzeitig begonnen oder vollendet werden und auch Busse und Bahnen im Alltag zu spät kommen. So war es auch nicht verwunderlich, dass der Start von MVG-Rad verschoben werden musste. Hoffentlich ist das Wetter einigermaßen gnädig, wenn der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter zur Eröffnung strampelt.
„Das Fahrrad kann einen Beitrag zum umweltschonenden Verkehr in München leisten. Der grundsätzliche Gedanke des Münchner Stadtrates ist richtig, nur wieder einmal schlecht umgesetzt“, sagt Andreas Nagel, Sprecher der Aktion Münchner Fahrgäste. „Hoffentlich müssen die Fahrgäste von Bus und Bahn nicht unter diesem zusätzlichen Engagement leiden.“
Es stellt sich natürlich auch die Frage, ob es sinnvoll ist, dass sich Gebietskörperschaften gegenseitig Konkurrenz machen. Die Deutsche Bahn bietet ja schon seit längerer Zeit Fahrräder an. Der Fahrgastverband hätte sich gewünscht, dass die Gesellschaften der öffentlichen Hand vertrauensvoll zusammenarbeiten.

