Chance für MVV-Strukturreform nutzen

Aktuelle Informationen für Presse und Rundfunk 25.06.2009 (22/2009)

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Andreas Nagel, Freischützstraße 110, 81927 München, (0172) 8342157, nagel@fahrgaeste.de

Der alterbedingte Abschied vom MVV-Geschäftsführer wird sicher nicht als großer Verlust empfunden. Vielmehr bietet er die Chance zu einer vernünftigen Strukturreform der Münchner Verkehrs- und Tarifverbundgesellschaft (MVV). Einer Reform, die zu klaren Strukturen und zu mehr Transparenz führen muß.

Eigentlich ist der MVV ein Erfolgsmodell. Und die Fahrgäste benutzen das System, ohne sich Gedanken darüber zu machen, wie kompliziert es vor der Gründung des Verbundes gewesen ist, sich mit den Verkehrsmitteln der unterschiedlichen Verkehrsunternehmen zu bewegen. Bevor der MVV seine Arbeit aufgenommen hatte, mußte beim Umsteigen von der Trambahn auf den Regionalzug oder in einen privaten Bus eine neue Fahrkarte gekauft werden.

Leider hat die Verkehrspolitik es zugelassen, daß in den letzten Jahren viel Geld in Kampagnen verschwendet wurde, die das einzelne Verkehrsunternehmen in den Vordergrund bringen sollte, aber lediglich zu einer Verunsicherung der Kunden führte. Vielfach ist inzwischen die Frage zu hören: ‚Darf ich denn mit einer S-Bahnfahrkarte auch die U-Bahn benutzen?‘ Die ‚Dachmarke‘ MVV muß gestärkt werden und die großen Errungenschaften, wie das MVV-Fahrplanbuch müssen erhalten und ausgebaut werden. Es ist kein Platz für den Selbstdarstellungstrieb einzelner.

Verantwortlich für das Verkehrsangebot und die Fahrpreise sind die Vertreter der jeweiligen Gebietskörperschaft. Und diese müssen im Großraum München – und darüber hinaus – ihre Verantwortung gemeinsam tragen.

Es muß möglich sein, daß sich ein Fahrgast eine Fahrkarte vom Münchner Marienplatz bis zum Nürnberger Plärrer oder zum Kölner Dom kauft. Und zwar am Marienplatz und für jeden.

Die Geheimniskrämerei um die Auslastung der einzelnen Linien muß wieder ein Ende haben. Und die Entscheidungen müssen von den demokratisch legitimierten Gremien gefaßt werden.

Die Aktion Münchner Fahrgäste begrüßt den Einstieg in eine MVV-Reform. Mehr Fahrerinnen und Fahrer für Bus und Bahn sind wesentlich nützlicher als Geschäftsführer, deren Anzahl und Entgelte über ein vertretbares Maß angestiegen sind.

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