Aktuelle Informationen für Presse und Rundfunk 10.04.2009 (16/2009)
Für Rückfragen steht Ihnen zur Verfügung:
Andreas Nagel, Freischützstraße 110, 81927 München, (0172) 8342157, nagel@fahrgaeste.de
Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) hat das Leistungsprogramm 2010 für U-Bahn, Trambahn und Bus vorgestellt. Diese Diskussionsgrundlage für die Bezirksausschüsse und die Fahrgastverbände verzichtet auf dringend erforderliche Verbesserungen und stellt sogar Leistungskürzungen bei der U-Bahn und beim Bus vor. Trotz gestiegener Fahrgastzahlen und teilweise erheblich gesunkenen Energiepreisen wird die Situation von der MVG als äußerst kritisch eingeschätzt. Gleichzeitig mit den Angebotsverschlechterungen sollen auch noch die Fahrpreise im Dezember wesentlich erhöht werden. Daher müssen die zuständigen Politiker an ihre Verantwortung erinnert werden. Also in erster Linie der Münchner Oberbürgermeister. Aber auch die Mehrheitsfraktionen von SPD und Grünen.
Man muß nicht mit hellseherischen Fähigkeiten ausgestattet sein, um zu wissen, daß sich der Einzelfahrschein von 2,30 Euro auf 2,40 Euro erhöhen wird und die Streifenkarte von 11 Euro auf 11,50 Euro. Dies entspricht einer Erhöhung um fast 5 Prozent. Wir wissen, daß sich das Personal eine Entgelterhöhung erstreikt hat. Diese ist mit vielleicht 2 Prozent an der Erhöhung der Fahrpreise beteiligt. Dem Fahrgast kann aber weder eine noch stärkere Fahrpreiserhöhung zugemutet werden, noch kann auf dringend notwendige Leistungsverbesserungen verzichtet werden. Verschiedene Möglichkeiten sind denkbar, um dieses Dilemma zu lösen. Das städtische Verkehrsunternehmen muß auf überflüssigen Aufwand verzichten und die Wirtschaftlichkeit weiter erhöhen. Zum Beispiel durch eine bessere Motivation der Mitarbeiter, die sich dann auf den ungewöhnlich hohen Krankenstand auswirkt. Sehr effizient sind auch Maßnahmen, die zu einer Beschleunigung der Linien durch intelligente Signalanlagensteuerungen führen. Die Fahrgäste kommen in den Genuß von kürzeren Fahrzeiten – und die Fahrzeuge stehen nicht sinnlos vor roten Ampeln – oder noch schlimmer im Stau. Außerdem erwarten wir endlich ein MVV-Tarifangebot, das beim Freizeitverkehr zu einer stärkeren Inanspruchnahme der vorhandenen Kapazitäten führt.
Spätverkehr bei der U-Bahn
Der 10-Minuten-Takt bei der U-Bahn muß bis zum Betriebsschluß erhalten oder wiederhergestellt werden. Die Rücknahme würde gerade bei den letzten Fahrten zu einer wesentlichen Verschlechterung der Anschlüsse zu anderen Verkehrsmitteln führen. Daß die Kapazitäten zu dieser Zeit ausreichen ist nicht erstaunlich. Wäre die Kapazität das ausschlaggebende Argument, so wäre sicherlich auch ein Stundentakt (wir sprechen von der U-Bahn) ausreichend. Gerade bei der Frage, ob das Auto oder der MVV benutzt wird, ist es entscheidend, wie gut die Bürger auch wieder nach Hause kommen.
Verstärkung der Tram 27
Die in Nord-Süd-Richtung verlaufende zentrale Trambahnlinie muß verstärkt werden. Das Fahrgastaufkommen auf allen Streckenteilen ist derartig hoch, daß keine zusätzlichen Fahrgäste mehr aufgenommen werden können. Daher ist eine Taktverdichtung zwingend.
Takt 10 bis Zehn
Besonders in den Sommermonaten ist der angebotene 20-Minuten-Takt bei den Trambahn- und Metrobuslinien kein attraktives Angebot. Ein Einstieg in den Takt 10 bis Zehn ist auf den Trambahnlinien 17, 19 und 27 erforderlich. Auch bei den Metrobuslinien ist eine Verbesserung notwendig.
Für die Fahrgäste gibt es einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen dem Leistungsangebot und den Fahrpreisen. Eine nicht unerhebliche Fahrpreiserhöhung kann nicht gleichzeitig mit Angebotsverschlechterungen hingenommen werden. Außerdem wäre es äußerst bedauerlich, wenn die dringend erforderlichen Leistungsverbesserungen im städtischen Linienverkehr aus Angst vor der Zukunft unterlassen würden.
