Aktuelle Informationen für Presse und Rundfunk 24.06.2007 (12/2007)
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Andreas Nagel, Freischützstraße 110, 81927 München, (0172) 8342157, nagel@fahrgaeste.de
„Wo ist der Defibrillator?“ Mit diesem Hilferuf wandte sich ein Fahrgast an die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Aktion Münchner Fahrgäste, die in ihrem Infokiosk für Fahrgastinformationen zur Verfügung standen. Schnell wurde das Gerät, das sich im zweiten Untergeschoß befindet geholt und auf den S-Bahnsteig gebracht. Dort kümmerten sich ein Arzt aus Nürnberg und drei Mitglieder der freiwilligen Feuerwehren aus Bayreuth und Kempten um den Bewußtlosen. Die Feuerwehrmänner besuchen zur Zeit einen Lehrgang für Rettungssanitäter bei der Rettungsdienstschule der Berufsfeuerwehr München in Pasing auf der Feuerwache 6. Das Gerät wurde angeschlossen und die leicht verständlichen Anweisungen befolgt. Es war ein Stromstoß erforderlich – und die selbständige Atmung des Mannes setzte wieder ein. Zwei inzwischen eingetroffene Rettungssanitäter des Bayerischen Roten Kreuzes übernahmen die Versorgung allerdings unter Mithilfe der bisher Beteiligten. Auch andere Fahrgäste unterstützten die Rettung.
Viele glückliche Umstände haben zusammengewirkt. Der in der S-Bahn vorbeifahrende Arzt erkannte die lebensbedrohliche Situation. Die Mitglieder der Feuerwehr setzten ihre Kenntnisse sofort und umfassend ein. Keiner dachte in diesem Moment an seine eigentlichen Termine. Aber auch die Bereitstellung des Defibrillators am Stachus zeigt, wie nützlich eine gute Infrastruktur ist.
Nach ärztlichen Angaben handelt es sich bei dem Geretteten um einen 64-jährigen Mann. Er wurde mittlerweile extubiert, er ist bei Bewußtsein und an ein Langzeit-EKG angeschlossen.
Wir möchten allen Beteiligten herzlich danken. Sie sind aber alle ein Beispiel, wie jeder Bürger Hilfe leisten kann. Unser Dank gilt aber auch dem Münchner Oberbürgermeister, Christian Ude, der sich maßgeblich für die Bereitstellung der Defibrillatoren eingesetzt hat. Die Initiative ist von Dr. Josef Assal ausgegangen.
Mich persönlich hat der Moment sehr bewegt, als die Atmung des Mannes wieder eingesetzt hat. Ich möchte nur jeden ermutigen, einem anderen Menschen Beistand zu leisten und nicht wegzuschauen.
