Warnstreik: Es hätte schlimmer kommen können

Aktuelle Informationen für Presse und Rundfunk 04.02.2009 (05/2009)

Für Rückfragen steht Ihnen zur Verfügung:
Andreas Nagel, Freischützstraße 110, 81927 München, (0172) 8342157, nagel@fahrgaeste.de

Zuerst danken wir den Kolleginnen und Kollegen der Gewerkschaften, daß der Warnstreik rechtzeitig angekündigt wurde. Wenn auch nicht alle Fahrgäste davon wußten, so konnte sich die Mehrheit – auch dank der Berichterstattung in den Medien – darauf einrichten. Dann sind wir auch zufrieden, daß der Warnstreik ’nur‘ 12 Stunden durchgeführt wurde und nicht gleich 24. So konnte wenigstens der Nachhauseweg mit den Linienverkehrsmitteln angetreten werden, wenn auch immer noch eingeschränkt. Auch abends mußte nicht auf die umweltfreundliche Mobilität verzichtet werden.

Beim ‚Notverkehr‘ konnte man feststellen, daß auch die Verantwortlichen der Verkehrsbetriebe einmal dazugelernt haben. Der Einsatz der vorhandenen Busse auf den Linienwegen der Trambahn und der Nachtlinien war jedenfalls sinnvoller als der ‚zufällige‘ Verkehr auf Linien, die mit den privaten Fahrzeugen im Regelbetrieb ausgestattet sind.

Enttäuschend war, wie immmer, die Dynamische Haltestelleninformation. Da wurden munter die Minuten auf Null gezählt, aber leider war weit und breit kein Fahrzeug zu sehen. Gerade in einem solchen Fall wäre es doch hilfeich, wenn man wüßte, ob ein Fahrzeug kommt. Ob die Prognose nun auf die Minute genau stimmt, ist nebensächlich. Für einen Ingenieur ist nicht nachvollziehbar, daß es dabei keine bessere Lösung geben soll. Denn der Zusammenhang ist nicht wirklich komplex. Ein Fahrzeug verläßt die Endhaltestelle und ist planmäßig nach beispielsweise sechs Minuten an der vierten Haltestelle. Also erscheint dort die Zahl ‚6‘. Steht das Fahrzeug nun auch noch im Stau, so vergehen die Minuten eben langsamer. Wie bei Microsoft. Der Fahrgast weiß also, daß sich im fahrplanmäßigen Abstand ein Fahrzeug befindet. Dies ist eine nützliche Information.

Leider hat sich das Konzept, daß alle Trambahnfahrzeuge nur in einem Betriebshof untergebracht sind, wieder nicht bewährt. Beim Ausrücken kam es zum Stau – und es dauerte viel zulange, bis die Fahrzeuge auf ihren Linien waren. Leider mußten wir auch hier wieder die ‚Konvoi-Bildung‘ feststellen. Es fuhren drei Trambahnzüge direkt hintereinander, dafür kam es dann zu einer längeren Pause. Eigentlich sollte auch hier ein modernes Betriebsführungssystem für gleichmäßige Abstände sorgen können – auch ohne den Eingriff von Personal. Auch die Denkleistung des ‚onboard-Systems‘, dem Fahrpersonal, könnte zu Hilfe genommen werden.

Wir erwarten, daß die Arbeitgeber nun so vernünftig mit den Gewerkschaften umgehen, daß weitere Warnstreiks oder gar ein unbefristeter Streik vermieden werden. Warum konnte das Angebot, das sich am Abschluß der Bahn orientiert, nicht gleich vorgelegt werden?

Die Fahrgäste, die eigentlichen Arbeitgeber, legen keinen Wert darauf, neue Beweise für die Streikfähigkeit des Personals zu bekommen. Wir wissen, daß der Unmut beim Personal sehr groß ist, zu groß ist.

Man kann sich einigen …

Aktuelle Informationen für Presse und Rundfunk 01.02.2009 (04/2009)

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Die erfreuliche Einigung zwischen der Bahn und ihren Gewerkschaften könnte ja ein Signal an die Tarifparteien der öffentlichen Nahverkehrsbetriebe in Bayern sein. Der Fahrgastverband Aktion Münchner Fahrgäste fordert, daß alle Möglichkeiten genutzt werden, um den angekündigten Warnstreik am Dienstag, 3. Februar 2009, überflüssig zu machen. Wenn die öffentlichen Arbeitgeber ein vernünftiges Angebot vorlegen, das die Gewerkschaften auch als solches erkennen können, dann ist ein Warnstreik auch sehr schnell wieder abgeblasen.

Mit Schrecken erinnern wir uns noch an die 24-stündigen Streiks vor einigen Jahren. Damals hat der gesamte Linienverkehr Schaden genommen. Viele Fahrgäste sind auf Dauer nicht mehr mit Bus und Bahn gefahren. Es hat lange gedauert, bis diese Verluste wieder wett gemacht werden konnten.

Die Forderungen der Gewerkschaften sind für die Fahrgäste nachvollziehbar. Auch der Zusammenhang zwischen Lohnerhöhung und Tariferhöhung ist nicht unbekannt. In vielen Gesprächen ist aber ein sehr großes Verständnis für die Mitarbeiter der Verkehrsunternehmen zu spüren. Gerade diejenigen, die Tag und Nacht zur Verfügung stehen müsssen, haben ein Anrecht auf eine angemessene Entlohnung.

Also unsere Forderung an die Tarifparteien ist ganz klar: Nutzen Sie den Montag für Verhandlungen, damit der Warnstreik überflüssig wird!

Warnstreik: München ohne U-Bahn und Trambahn

Am Dienstag, 3. Februar 2009, streiken die Beschäftigten des kommunalen Verkehrsunternehmens in München. Bis zum späten Nachmittag verkehren keine U-Bahnen und Trambahnen. Nur die Busse der privaten Verkehrsunternehmen rücken aus und sollen einen Notfahrplan entsprechend dem Nachtliniennetz anbieten.

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Eisenbahningenieure fordern Verbesserung der Schieneninfrastruktur

Der Verkehr auf der Schiene wächst seit Jahren wesentlich stärker als der Individualverkehr auf der Straße. Beispielsweise konnte der Schienenpersonennahverkehr 2008 gegenüber 2007 um fast 4 % zulegen. Dieser Entwicklung muss angemessen bei der beschlossenen Infrastrukturförderung der Bundesregierung Rechnung getragen werden.

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Schwelbrand legt S-Bahn lahm

Aktuelle Informationen für Presse und Rundfunk 25.01.2009 (03/2009)

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Am Samstag, 24. Januar 2009, legte ein Schwelbrand in der Deckenverkeidung des S-Bahnsteiges am Marienplatz die gesamte Stammstrecke für 3 Stunden lahm. Es kam zu großen Unannehmlichkeiten für die Fahrgäste.

Aber die Zusammenarbeit zwischen Verkehrsbetrieb und Fahrgastverband klappte sehr gut. Die Aktion Münchner Fahrgäste betreibt am S-Bahnhof Karlsplatz (Stachus) einen Infokiosk der auch am Samstag geöffnet ist. Schon vor einiger Zeit gab es eine Absprache zwischen den ehrenamtlichen Mitarbeitern des Infokiosk und den S-Bahnverantwortlichen. Es wurde ein klarer Prozeß für den Informationsfluß und eine Kommunikationsverbindung zur Bahnsteigaufsicht geschaffen. Zuvor war es immer ärgerlich, wenn die Fahrgäste erst am Bahnsteig von den Störungen erfuhren. Am Samstag konnten nun die Fahrgäste schon im Sperrengeschoß direkt zur U-Bahn oder zu den Trambahnlinien geleitet werden. Auch das Betriebspersonal des Stachus-Bauwerkes arbeitete in vorbildlicher Weise mit.

Kurzfristig verschlimmerte sich die Situation, als am Stachus Brandgeruch wahrgenommen wurde und die unterirdischen Zugänge evakuiert werden sollten. Aber ein sehr schnell eingetroffener Trupp der Berufsfeuerwehr München konnte bald Entwarnung geben.

Die Zusammenarbeit der verschiedenen Beteiligten von Bahn, Polizei, Feuerwehr, Stadtwerken und dem Fahrgastverband war in diesem Fall gut. Wobei sich die Fahrgäste, wie sicher auch alle anderen, natürlich lieber einen störungsfreien Betrieb wünschen.