Miserable Fahrgastinformation

Aktuelle Informationen für Presse und Rundfunk 11.10.2009 (42/2009)

Für Rückfragen steht Ihnen zur Verfügung:
Andreas Nagel, Freischützstraße 110, 81927 München, (0172) 8342157, nagel@fahrgaeste.de

Sechs Trambahnlinien, fünf Metrobuslinien und vierzehn Stadtbuslinien werden durch den München Marathon behindert. ‚Behindert‘ heißt aber im Falle der Trambahnlinie 27 vom Stachus zum Kurfürstenplatz Totalausfall. Eigentlich ist eine solch massive Störung des Linienverkehrs schon nicht hinnehmbar, keinesfalls akzeptabel ist allerdings die miserable Fahrgastinformation. ‚Eine detaillierte Vorhersage über das genaue Ausmaß und den Zeitpunkt der Behinderungen ist … leider nicht möglich‘, heißt es im Internet. Und das Personal vor Ort ist zwar freundlich, weiß aber auch nichts. Die Zentrale schickte sogar einen Trambahnzug zum Wenden an den Karolinenplatz, der allerdings gesperrt war. Also mußte der Fahrer den Zug wieder rückwärts wegrangieren.

Natürlich macht sich auch bei dieser außergewöhnlichen Situation wieder bemerkbar, daß wichtige Umleitungsstrecken fehlen. Früher konnte man zum Beispiel in der Karlstraße fahren und die Schleife am Stiglmaierplatz erreichen. Aber aus Kostengründen wurde das Gleis abgebaut.

Wir fordern eine Streckenplanung, die nicht den gesamten Oberflächenverkehr im Norden lahmlegt, ein besseres Konzept für die verbleibenden Linien und eine vernünftige Fahrgastinformation!

Angebot verbessern, kräftig sparen

Aktuelle Informationen für Presse und Rundfunk 04.10.2009 (41/2009)

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Andreas Nagel, Freischützstraße 110, 81927 München, (0172) 8342157, nagel@fahrgaeste.de

Nachdem die MVV-Gesellschafterversammlung eine saftige Tariferhöhung für das Jahr 2010 beschlossen hat, gibt es außer der Rücknahme dieses Beschlusses zwei unabdingbare Ziele für die Fahrgäste: Das Verkerhrsangebot muß dem tatsächlichen Bedarf durch zusätzliche Fahrten angepaßt werden und die Münchner Verkehrsgesellschaft muß kräftig sparen. Wir fordern einen annehmbaren Takt bei der U-Bahn bis Betriebsschluß, eine Taktverdichtung auf der Trambahnlinie 27, der Durchmesserlinie von Schwabing nach Giesing, und eine Taktverdichtung bei Trambahn und Metrobus bis 22 Uhr. Damit es in einem Jahr nicht wieder zu einer weit über der Inflationsrate liegenden Tariferhöhung kommt, müssen die Verkehrsunternehmen nun richtig sparen. Allerdings nicht am Fahrpersonal und nicht an den Fahrleistungen.

Wo gibt es Möglichkeiten zur Einsaparung?

1. Anzahl und Entgelt der Geschäftsführer
Die Landeshauptstadt München verzichtet auf die Ernennung eines zweiten MVV-Geschäftsführers. Die Erfahrungen der vergangenen Jahrzehnte zeigt, daß dieser Posten entweder zu einem ständigen innerbetrieblichen Streit geführt hat oder die Tätigkeit für die Öffentlichekeit völlig ohne spürbare Wirkung blieb. An manchen Geschäftsführer erinnert man sich schon gar nicht mehr.

Viele verantwortungsvolle Aufgaben werden sowohl im Freistaat Bayern, wie auch bei der Landeshauptstadt München von Beamten zuverlässig übernommen. Das Entgelt der ‚Manager‘ muß sich wieder an den Bezügen der Beamten orientieren. Und die Spitze der Verwaltung ist… der Oberbürgermeister.

2. Beschleunigung der Fahrzeuge
Die Wartezeiten an den Signalanlagen werden mit einem neuen Programm vermindert. Dies kommt den Fahrgästen zugute, da sie ihre Ziele schneller erreichen – und spart richtig Geld sowohl bei den Fahrzeugen als auch beim Personal. Die Wartezeiten an zentralen Punkten wie dem Stachus oder dem Sendlinger Tor sind unerträglich lange. Würde das Programm der Beschleunigung im derzeitigen Umfang fortgeführt, so dauert es noch mehr als eine Generation, bis alle Buslinien beschleunigt sind. Das kann keine verantwortungsvolle und nachhaltige Verkehrspolitik sein.

3. Standardfahrzeuge und bewährte Bauweisen
Wir fordern, daß bewährte Fahrzeuge insbesondere bei der U-Bahn zum Einsatz kommen. Es sei nur an die stark verzögerte Inbetriebnahme des C-Zuges erinnrt. Auch der Gleisbau, beispielsweise in der Ismaninger Straße, war zwar innovativ aber sehr kurzlebig. Also keine Experimente, bis sich die wirtschaftliche Lage so erholt hat, daß Geld im Überfluß vorhanden ist.

4. Zentrales Marketing durch die Verbundgesellschaft
Wichtigstes Ziel muß die Gewinnung neuer Fahrgäste für das Gesamtsystem MVV sein. Möglichst natürlich Fahrgäste, die nicht in den Spitzenstunden einsteigen. Dazu muß die Verbundgesellschaft in der Lage sein, verkehrsmittelübergreifend Werbung zu machen. Für die Information der Fahrgäste ist eine Kundenzeitschrift völlig ausreichend. Die Verkehrsunternehmen können dazu ja eigene Beiträge liefern.

‚Wir werden es nicht ninnehmen, daß der MVV Fahrgäste verliert, weil viel Geld verschwendet wird und die Fahrpreise dadurch überproportional steigen müssen‘, meint dazu Andreas Nagel, Sprecher des Fahrgastverbandes. ‚Wir werden keine übertriebene Selbstdarstellung und keine unausgegorenen technischen Experimente mehr durlden.‘