Aktuelle Informationen für Presse und Rundfunk 22.09.2009 (37/2009)
Für Rückfragen steht Ihnen zur Verfügung:
Andreas Nagel, Freischützstraße 110, 81927 München, (0172) 8342157, nagel@fahrgaeste.de
Die MVV-Fahrpreise sollen im Dezember 2009 dramatisch steigen. Mit den anvisierten fünf Prozent wäre es eine unverhältnismäßig hohe Tariferhöhung. Dabei werden die Leistungen der städtischen Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) sogar noch zusätzlich eingeschränkt. Auch dringend erforderliche Verbesserungen werden nicht in Angriff genommen. Die Aktion Münchner Fahrgäste lehnt die MVV-Tariferhöhung unter den gegebenen Umständen ab!
Das Verfahren zu den MVV-Tariferhöhungen bleibt ärgerlich. Eine demokratische Kontrolle durch den Stadtrat ist durch die Konstruktion mit den städtischen Gesellschaften aufgeschlossen worden. Die Entscheidung fällt in der MVV-Gesellschafterversammlung am Freitag, 2. Oktober 2009, danach wird sie nur noch ‚bekannt‘ gegeben. Unseren Bemühungen, eine Reform der Tarife herbeizuführen wurde wieder nicht entsprochen. Es ist nicht mehr hinnehmbar, daß die Tarife einfach linear erhöht werden und es keine zusätzlichen Angebote gibt, die ohne eine Ausweitung der Leistungen zu Mehreinnahmen führen. Zwar wurde vom Münchner Oberbürgermeister, Christian Ude, der auch den Vorsitz in der Gesellschafterversammlung inne hat, versprochen, daß die Fahrgastverbände am Verfahren beteiligt werden, aber bisher konnte davon nichts bemerkt werden. Eine Beteiligung des MVV-Fahrgastbeirates ist leider nicht erfolgt.
Verantwortung für den Linienverkehr tragen die Gebietskörperschaften: Der Freistaat Bayern, die Landeshauptstadt München und die MVV-Landkreise. Die Politik entscheidet eigentlich sowohl über das Angebot, als auch über den Preis. Jetzt müssen die politischen Vertreter eingreifen und einen ungezügelten Anstieg der Fahrpreise verhindern!
Die Preise für die Streifenkarten und für die Tageskarten müssen auf jeden Fall stabil bleiben. Die Erhöhungen für die Zeitkarteninhaber müssen in einem verträglichen Rahmen bleiben.
Bei jeder Tariferhöhung haben wir darauf hingewiesen, daß die Ungerechtigkeit des jetzigen Systems weiter steigt. Der Tarif macht an den Zonengrenzen einen Sprung bei dem sich der Fahrpreis plötzlich vervierfacht (Kurzstrecke – 2 Zonen). Genauso ärgerlich ist die Bindung der Zeitkarten an den Kalendermonat und die Kalenderwoche. Nur weil ein paar alte Kassen von Hand umgestellt werden müssen, gibt es keine flexible Geltungszeit. Und wenn man die 24-Stundenkarte wieder einführen würde, dann wäre es eine wesentliche Vereinfachung des Tarifsystemes.
‚Es kann nicht sein, daß der Fahrgast gerade bei der U-Bahn weniger Leistung bekommt und dafür auch noch mehr bezahlen muß‘, meint Andreas Nagel, Sprecher der Aktion Münchner Fahrgäste.
