MVG-Leistungsprogramm 2010

Aktuelle Informationen für Presse und Rundfunk 06.07.2009 (23/2009)

Für Rückfragen steht Ihnen zur Verfügung:
Andreas Nagel, Freischützstraße 110, 81927 München, (0172) 8342157, nagel@fahrgaeste.de

Am Dienstag, 7. Juli 2009, muß sich der Wirtschaftsausschuß des Münchner Stadtrates mit dem MVG-Leistungsprogramm 2010 befassen. Die Vorlage, die die Entscheidung des Stadtrates vorbereitet, enthält schmerzliche Kürzungen und läßt dringend notwendige Verbesserungen vermissen.

Die geplanten Kürzungen bei der U-Bahn sind völlig indiskutabel. So soll der lästige 20-Minuten-Takt schon vor 24 Uhr beginnen. Auch bei der U4 sollen weitere Fahrten ausfallen.

Zwei von unseren zentralen Forderungen wurden von Stadträten aufgenommen, aber von der Verwaltung für die nächste Fahrplanperiode abgelehnt:

1. Tram 27: Alle 6 Minuten!

Wir fordern die Verstärkung vom 7- und 8-Minuten-Takt auf der gesamten Trambahnlinie 27 vom Petuelring bis zur Schwanseestraße. Um unsere Forderung zu untermauern haben wir in den letzten Wochen Fahrgastzählungen durchgeführt, die die hohe Auslastung dieser Linie belegen.

2. Takt 10 bis Zehn für Trambahn und Metrobus

Wir fordern einen Einstig in den 10-Minuten-Takt bis 22 Uhr für die Trambahn- und Metrobuslinien. Es sollte mit der Tram 17, der Tram 27 und dem Metrobus 59 begonnen werden. (Für die U-Bahn fordern wir den Takt 10 bis Eins, also wieder wie früher bis 1 Uhr.)

Wie sollen diese Leistungen finanziert werden?

Natürlich darf das städtische Verkehrsunternehmen keine Verluste machen. Daher müssen die Einnahmen aus dem Fahrkartenverkauf und Ausgleichszahlungen die Kosten des Fahrbetriebes decken. Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2009 erwarten wir eine drastische Fahrpreiserhöhung. Diese wäre dann auch noch mit erheblichen Leistungseinschränkungen verbunden. Dies wird von den Fahrgästen nicht hingenommen werden. Wenn schon die Preise steigen, dann muß das Angebot erhalten und ausgebaut werden.

Was schlagen wir dem Stadtrat vor?

Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) soll bis zur Vollversammlung darstellen, wie sich der Fahrpreis bei Einzel-, Tages- und Monatskarten entwickeln würde, wenn auf die Kürzungen verzichtet wird und die geforderten Verbesserungen realisiert werden, unabhängig davon, ob diese Beträge von den Automaten kassiert werden können. Dann kann der Stadtrat seiner politischen Verantwortung gerecht werden und eine abgewogene Entscheidung treffen. Bei der Entscheidung über die Tariferhöhung werden dann die Belastungen so verteilt, daß automatengerechte Fahrpreise entstehen.

Wollen die Fahrgäste Fahrpreiserhöhungen?

Nein, natürlich nicht. Aber wenn es um die Entscheidung geht, für ein besseres Angebot auch etwas mehr bezahlen zu müssen, ist der Mehrheit klar, daß der Nutzen eines besseren Angebotes überwiegt. Der Streik des MVG-Fahrpersonals hat auch deutlich vor Augen geführt, daß eine angemessene Bezahlung der Fahrerinnen und Fahrer auch im Interesse der Fahrgäste liegt, die auf einen zuverlässigen Betrieb angewiesen sind.

Wird in Zukunft alles besser?

Die geforderten Verbesserungen müssen jetzt realisiert werden. Ein Vertrösten auf kommende Jahre ist wenig hilfreich, denn es ist eine der Eigenschaften des Linienverkehrs, daß ausgefallene Fahrten nicht nachgeholt werden können. Linienverkehr ist eine ‚Live-Veranstaltung‘.

Können wir uns Ausgaben in der Krise leisten?

Lieber wollen wir nicht darüber nachdenken, wofür öffentliche Gelder gerade in jüngster Vergangenheit verschwendet wurden. Aber mit dem Geld der Fahrgäste werden auch sichere Arbeitsplätze geschaffen. Arbeitsplätze in München, die es den Arbeitnehmern auch noch erlauben davon ihr Auskommen zu finanzieren.

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